Das Blaue vom Himmel

reist ihre Tochter Sofia (Juliane Köhler) aus Berlin an, um sich widerwillig um ihre Mutter zu kümmern. Eine Mutter, die ihrer Tochter stets nur wenig Liebe entgegenbrachte. Irgendetwas scheint die alte Frau zu beschäftigen, etwas, dass mit ihrer Vergangenheit in Lettland zu tun hat. Schließlich entschließt sich Sofia, gemeinsam mit Marga in die alte Heimat im Osten zu reisen. In Rückblenden erfahren wir, wie die junge Marga (Karoline Herfurth) in den 30er Jahren in Lettland gegen den Willen der Eltern ihre große Liebe Juris (Niklas Kohrt) heiratet. Und wie dieser Juris sich einer anderen Frau zuwendet – mit fatalen Folgen.

Regisseur Hans Steinbichler (»Winterreise«) geht bei der Umsetzung des Drehbuchs von Robert und Josephin Thayenthal von Beginn an emotional in die Vollen. Wobei die mitunter zum Overacting neigende Hannelore Elsner hier als verwirrte Marga ideal besetzt ist. Ihr gegenüber brilliert die stets souveräne Juliane Köhler als rationale Sofia, die mit ihrer Mutter auf eine Zeitreise geht, die auch für Sofia selbst einige Überraschungen bereithält. Kamerafrau Bella Halben findet hierfür gediegene Bilder, besonders in den Rückblenden. Doch die erdrückend großen Gefühle von Liebe, Rache und Leidenschaft sorgen dafür, dass der Film immer wieder nah am Edelkitsch vorbeischrammt.

Deutschland 2010, 99 Min., R: Hans Steinbichler, D: Juliane Köhler, Hannelore Elsner, Karoline Herfurth, David Kross

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