Chronicle

Erst kam »Cloverfield«, dann die »Paranormal Activity«-Reihe sowie der SciFi-Horror »Apollo 18«. Und für Anfang Mai steht in Form des Party-Streifens »Project X«, der in den USA bereits für Furore sorgt, schon der nächste Streich in den Startlöchern.

Doch zuvor kommt erst einmal »Chronicle«, der erste Superheldenfilm im You-Tube-Look, in unsere Kinos. Andrew (Dane DeHaan), Matt (Alex Russell) und Steve (Michael B. Jordan) sind Schulkameraden, die eigentlich nicht viel miteinander verbindet. Andrew ist der klassische Einzelgänger mit einem nicht ganz einfachen familiären Hintergrund. Matt ist sein Cousin, der Andrew gerne mal auflaufen lässt, sich aber zugleich verpflichtet fühlt, sich um ihn zu kümmern. Und Steve ist der Sunnyboy der Schule. Nach dem Besuch eines unterirdischen Stollens entdecken die drei, dass sie über geheimnisvolle Eigenschaften verfügen: Allein durch die Kraft ihrer Gedanken können sie Gegenstände bewegen. Das Trio trainiert seine Fähigkeiten und ist schließlich sogar in der Lage zu fliegen. Doch nicht alle können mit ihren neu gewonnenen Kräften gleich gut umgehen —der zornige Hulk lässt grüßen.

Das grundlos übertriebene Ende und der stets mitschwingende erhobene Zeigefinger können einem den Spaß an diesem auf hyperrealistisch getrimmten Superheldenfilm ein wenig verleiden. Die clevere Story, die zudem mit vielen witzigen Einfällen punkten kann, sowie die bodenständigen Figuren, die von den drei zwar noch wenig bekannten, dafür durchweg überzeugenden Darstellern verkörpert werden, machen jedoch einiges wieder wett. Es ist aber vor allem die stringente Art der visuellen Umsetzung aus der Perspektive von Andrew, der dies alles mit seinem kleinen Camcorder zu filmen scheint, was uneingeschränkt für das Werk von Regiedebütant Josh Trank spricht, sodass eine Fortsetzung bereits in der Mache ist.

USA 2012, 84 Min., R: Josh Trank, D: Dane DeHaan, Alex Russell, Michael B. Jordan, Michael Kelly, Ashley Hinshaw

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