Heute bin ich blond

So hat auch Sophie (Lisa Tomaschewsky) ihre nächsten Jahre ge-plant, doch die Nachricht, dass sie an einer seltenen und gefährlichen Krebsart leidet, macht einen Strich durch ihre Pläne. Statt zu ­Vorlesungen, muss sie ins Krankenhaus, um sich einer mehrmonatigen Chemotherapie zu unterziehen. Doch die lebenslustige Sophie lässt sich von der Krankheit nicht unterkriegen und nimmt den Kampf gegen den Krebs auf.

Nachdem ihr die Haare ausgegangen sind, entdeckt sie in den verschiedenfarbigen Perücken eine neue Freiheit. Jede Haarfarbe verbindet sie mit einem anderen Typ Frau, in deren Rolle sie dann schlüpft und versucht, ihr Leben so gut es geht zu genießen.

Diese Verfilmung einer Krankenakte beruht auf dem autobiografischen Roman der Niederländerin Sophie van der Stap, der es unter demselben Titel zum internationalen Bestseller gebracht hat. Die weitgehend unbekannte Lisa Tomaschewsky, die als Model gearbeitet hat und in der Vorabendsoap »Verbotene Liebe« zu sehen war, macht dabei in der Hauptrolle eine durchweg überzeugende Figur. Gleiches gilt für den Rest der Besetzung sowie für Regisseur Marc Rothemund, der mit Arbeiten wie »Sophie Scholl« oder »Groupies bleiben nicht zum Frühstück« bewiesen hat, dass er vom großen Drama bis zur romantischen Komödie zahlreiche Genres brillant beherrscht.

So überrascht es nicht, dass er die Balance zwischen den anrührenden und witzigen Momenten dieser eigentlich tragischen Krankheitsgeschichte gekonnt auszubalancieren versteht.

Allerdings gelingt es Rothemund nicht, dem Zuschauer glauben zu machen, dass auch die nicht ganz geringe Wahrscheinlichkeit besteht, dass Sophie an der Krankheit sterben könnte. Auch den Vorwurf, sich letztlich doch sehr oberflächlich mit diesem eher ernsthaften Thema  auseinanderzusetzen, kann diese Überlebensdramödie nie so ganz entkräften. Für emotional bewegende, vor allem aber unterhaltsame zwei Kinostunden reicht es aber allemal.

Deutschland/Belgien 2013, 117 Min., R: Marc Rothemund, D: Lisa Tomaschewsky, Karoline Teska, David Rott, Peter Prager

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