Liebe Innen,
spätestens an diesem Wochenende platzen auch die letzten Winterschläfer aus ihren verschorften Knospen und spreizen ihre Zehen dem Sonnenlicht entgegen. Genauso vital streben auch die Berliner Theater in die schöne Jahreszeit: Erst gehen alle brav zur Langen Nacht, dann zu den Autorentheatertagen und das Theatertreffen im Mai wirft bereits seinen langen Schatten voraus. Wobei Schatten wirklich positiv konnotiert ist, denn - puh! - ist das heiß auf der Redaktionsdachterrasse! Wir müssen nun unsere nächste Erdbeermargharita ordern, damit wir nicht in ein kreatives Loch fallen. Ihr lest brav weiter!
Ein wunderbares Wochenende wünscht
Euer [030] Team
1. Lange Nacht der Opern und Theater

Die am Samstag stattfindende zweite Lange Nacht der Opern und Theater fügt sich in die Berliner Nachtkultur ganz problemlos ein und ermöglicht einen komprimierten Einblick in den Status quo des Berliner Theaterdschungels.
Und diese Safari ist nicht nur etwas für Touristen – gerade Berliner können hier ihre Stadt und nie besuchte Theater neu entdecken. Los geht die Nacht am Brandenburger Tor – von dort starten die Bus-Shuttles 1-5 im Viertelstundentakt zu 68 Theatern. Zum Abschluss der Langen Nacht knallen die Korken in der Volksbühne auf der Langen-Nacht-Party. Als kleines Abziehbild der Berliner Theaterlandschaft treten dort Berliner Theatermacher mit Gastmusikern in verschiedenen DJ-Teams gegeneinander an.
Am Sa 10.04. ab 18 Uhr in ganz Berlin, weitere Infos hier
2. Autorentheatertage

Normalerweise werden, wenn ein Film- oder Theaterfestival ausgerufen
wird, die Bewerberwerke von einer großen Jury unter die Lupe genommen,
damit ein möglichst ausgewogenes Festival entsteht. Bei der Rubrik
»Interest me!« der Autorentheatertage ist das anders: Michael Althen, einigen bekannt als Filmkritiker der FAZ, ist ganz allein die Jury. Die ungefähr 160 Bewerbungen hat er auch ganz allein durchlesen müssen. Und das sind die vier Gewinnerstücke, die in der Langen Nacht der Autoren am 17.4. gezeigt werden: »Fabelhafte Familie Baader«, »In Neon«, »süßer vogel undsoweiter« und »Sam«, allesamt von unentdeckten Autoren. Dazu ganz viel weiteres, wie die Berlin-Premiere von »Das letzte Feuer« (Foto) von Dea Loher.
Do 08.04. bis Sa 17.04. im Deutschen Theater
3. attac: Das Bankentribunal

Eigentlich wäre die Verhinderung der Finanzkrise ein einfaches Geschäft
gewesen, geht man nach James Tobin, der bereits 1972 eine Besteuerung
internationaler Devisengeschäfte forderte. Das globalisierungskritische Netzwerk attac ist eine Frucht aus Tobins Humus und kämpft seit ihrer Gründung 1998 für ein Einführung einer solchen Steuer. Die Volksbühne wird an einem Wochenende zum Gerichtssaal. Angeklagt sind die Banken und deren Verantwortliche. Die dreitägige Beweisaufnahme beleuchtet die Hintergründe des Finanzcrashs, der Urteilsspruch erfolgt Sonntagmorgen. Danach eröffnet das Forum der Alternativen, das nach Perspektiven für eine Umgestaltung des Finanzwesens sucht. Freitag und Samstag ist abends Party mit Bela B. und anderen.
Fr 09.04. bis So 11.04. in der Volksbühne
4. Empty Guns

Wieviel Wumms auch leere Kanonen haben können, zeigt diese Band. Natürlich rein metaphorisch. Ihre Munition heißt Indie und Sprechgesang, ihre Geheimwaffe Kazpa, seineszeichens charismatischer Sänger der Gruppe. Seine Texte berühren, die Mucke reißt mit, um im Nullkommanichts ist man voll drin im Empty-Guns-Kosmos. Angereist aus dem fernen Sachsen-Anhalt kredenzen sie uns ihren exklusiven Cocktail und werden Indie-Nerds ebenso mitreißen wie Rap-Freunde. Entgehen lassen sollte man sich das jedenfalls nicht. Denn es ist nich nur gut, sondern auch sehr sehr schön, was heir aus den Boxen kommt.
Fr 09.04. ab 21 Uhr in der Weißen Rose
5. Partytipps für Freitag
Hobbyhorse
Fr 09.04. ab 23.30 Uhr im Icon
Das portugiesische Buraka som Sistema hat zwei Leute seiner
achtköpfigen Entourage nach Berlin geschickt, um dem lahmen deutschen
Gaul ordentlich südeuropäisches Feuer unter dem Hintern zu machen. J-Wow und Kalaf, DJ und MC, liefern mit einer Mischung aus Miami Bass, Hip Hop und Elektro mit karibischem Flair und afrikanischen Percussions einen wilden Soundmix.
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Tied to the 90's
Fr 09.04. ab 23.30 Uhr im Astra Kulturhaus
Da sind sie wieder, die Genreschnetzler. Illy Vanillys Dick Nasty
(Foto) hat sich für diesen Abend mit Intro Scherge und Villa Picknicker
Sick Sinus aka Hendrik Heitbaum zusammengeschlossen. Gemeinsam macht man es sich an diesem Abend zur Aufgabe, den unsäglichen Euro Trash Perlen der 1990er Jahre zu neuem Glanze zu verhelfen.
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Cherrymoon
Fr 09.04. ab 23 Uhr in der Maria
2008 machten sich Kaiserdisco (Foto) ans gemeinsame musikalische Werk. Gleich mit ihrer ersten Veröffentlichung enterten sie die Bestenliste des größten elektronischen Musikdownloadportals. Ihr verspielter Technosound hat die Hamburger mittlerweile in die Fänge der Techno-Lady Monika Kruse gespült.
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6. Partytipps für Samstag
Quantensprünge
Sa 10.04. ab 23 Uhr im Rosis
»Elektronische Musik für freundliche Menschen«, so prangt es in großen
Lettern über dieser Veranstaltung. Fernab der »Sonnenstudio
Technofratzen mit Friseuse im Arm« bittet die Rosi zum geistig
gediegenen Tanze. Mit dabei die Vereinsmeier vom Hörvergnügen Drauf & Dran (Foto), die Smaragdjäger von Opal Maloya Maloti, Phlet und die Gefährten.
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Berlin Gone Wild – Grand Opening
Sa 10.04. ab 23 Uhr im E4
Einen Steinwurf von den blauen Männern am Potsdamer Platz dreht an diesem Abend Berlin richtig auf. Zumindest wenn es nach den Veranstaltern geht. »Wilder, größer, exzessiver« möchte man sein. Drei Etagen Feierraum zeugen vom unbedingten Willen, diesem Anspruch
auch gerecht zu werden. Musikalisch gibt man sich weniger am DJ denn am
Sound orientiert: Black, House, Classics. Ob es zum Durchdrehen am Ende reicht?
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Spezialomat
Sa 10.04. ab 22 Uhr im Raumklang
Das Raumklang in der Friedrichshainer Kopernikusstraße hat sich als kleiner, feiner Partytreffpunkt eine gemütliche Nische erkämpft. Diese wird heute Abend wieder mit den Spezialomaten Djoker Daan, Kenny Dee (Foto), Puk, Matthew Njuman und weiteren Gästen in »Techno über Alles«-Eintracht daher kommen.
Laut Veranstalter werden Minimal, House, Techhouse und Breakbeat
ausgiebig miteinander kommunizieren.
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