| Halo: Reach |
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| Geschrieben von Pascal Scheib | ||||||||
Wieder ohne Masterchief, aber mit vielen Spartans
Bungie holt zum letzten Schlag aus und vollendet die Vorgeschichte zu ihrem Baby, Halo. Halo: Reach wird voraussichtlich auch der letzte Teil sein, bei dem Bungie die Entwicklung übernimmt.
Die Marke gehört unlängst Microsoft und Bungie freut sich auf die
Unabhängigkeit und frische Projekte – immerhin haben sie seit weit über
8,5 Jahren nichts anderes gemacht als Halo-Games. Für den Moment,
brennen Millionen von Fans zunächst einmal nur auf den „letzten“ Akt.
[030] ebenfalls!
Story:
Reach ist eine wichtige Kolonie der Menschheit. Hier werden die Spartans ausgebildet, die menschlichen Super-Soldaten. Ausgestattet mit einer markanten Vollkörper-Rüstung und höchstem kämpferischen Know-How, ist jeder Spartan mindestens so effektiv wie 20 Marines. Dies macht sie in Kampfeinsätzen so bedeutend für die Menschheit, die sich im Krieg mit einer aggressiven Alien-
Gemeinschaft, Allianz genannt, befindet. Diese weiß um die Bedrohung, die von den Spartans ausgeht nur zu gut und holt zu einem empfindlichen Schlag gegen die Menschheit aus. Als Teil einer Spartan-Elite-Einheit, die auf Reach einigen merkwürdigen Ereignissen nachgeht, bekommen wir zu spät mit, dass Reach auf breiter Front von der Allianz angegriffen wird. Gilt der massive Angriff auf Reach ausschließlich dem Zweck, die Menschheit zu zerschlagen? Die verzweifelte Schlacht um Reach wird auch darauf Antworten liefern!
Spieleindruck:
Unser Charakter „Nummer 6“ der Spezialeinheit „Noble Team“, ist ebenso wortkarg wie der Masterchief, und in der Spartan-Rüstung ohnehin nicht zu unterscheiden vom späteren, vermeintlich letzten Spartan. Allerdings sind wir innerhalb des Noble Teams nur einer von ähnlich aussehenden Super-Soldaten. Eine gesichtslose Nummer. Und genau so etwas macht es immer ein wenig ungünstig, sich mit der Figur zu identifizieren. In Halo 1-3 hatte man den coolen Helden, den letzte Spartan der Galaxie, und seine virtuelle Begleiterin, Cortana. Ein Duo mit dem man mitlitt – trotz der serientypischen schwachen deutschen Synchro. Nun ist man „der Neue“ in einem Team voller Profis, befolgt Befehle und versucht diesen Planeten zu retten, der dem unvermeidlichen Untergang geweiht ist. Denn, dies ist ebenso von vornherein feststehend: Reach wird fallen. Die Geschichte ist aus Büchern und den „Vorgänger“-
Games schon bekannt. Ein weiterer Punkt, welcher der Spannung einen Dämpfer verleiht. Trotz dieser eher ungünstigen Konstellation, müht sich Halo: Reach durchaus ab, dem Spieler eine ansprechende Geschichte zu erzählen. Dies gelingt aber – allen voran auch dank der schrecklichen deutschen Synchronfassung – zu keinem Zeitpunkt wirklich. Zu vorhersehbar entfaltet sich der Plot, zu klischeehaft agieren in ihm Charaktere, die weitestgehend farblos und unsympathisch bleiben – was ebenfalls hauptsächlich ein „Verdienst“ der deutschen Sprecher ist! Die hiesige Version von Halo: Reach hat nur die deutsche Tonspur auf der Disk, somit gibt es kein Entkommen vor dem Graus. Wenn ich in anderen Games oft das Bild vor mir hatte, dass die Sprecher „wohl normalerweise Pornos synchronisieren“, muss ich diesmal ganz klar sagen, dass diese Leute wohl sogar dafür zu talentfrei wären. Da bleibt einem nur der Gang zum Importeur seines Vertrauens und sich die Fassung aus England zu sichern! Microsoft und Bungie verfolgten aber nicht nur in diesem unrühmlichen Punkt, das Motto: „Never change a winning Team“. Konkret hat sich in Halo: Reach nur sehr wenig geändert, was das Gameplay angeht – dies bedeutet allerdings nichts Schlechtes! Es spielt sich immer noch hervorragend und die Feuergefechte sind spannend wie eh und je. Ebenfalls darf man wieder in quasi alle Fahrzeuge selbst klettern und sie nutzen – inklusive der feindlichen Vehikel. In diesem Zusammenhang kann man eine der größten „Innovationen“ des Spiels erwähnen: in Halo: Reach ist es in einer (leider zu kurzen) Mission sogar möglich, in einem Raumgleiter Platz zu nehmen und im Weltall zu kämpfen. Das alles macht umso mehr Spaß, wenn man gemeinsam mit Freunden die Kampagne durchzockt. Der Ko-Op-Modus für bis zu vier Spieler ist wirklich genial umgesetzt, und gerade wenn man zusammen ein Fahrzeug bemannt und jeder andere Aufgaben übernimmt, sorgt das für immens viel Spielspaß! Der Multiplayer-Part ist ohnehin das Herzstück in Sachen Langzeitmotivation und auch in den
Spielmodi gegeneinander warten wieder unzählige Stunden voller Shooter-Action. Technisch hat sich nur unwesentlich etwas getan. Zwar streift man diesmal durch belebtere Gegenden (in denen auch mal Zivilisten anzutreffen sind) und die Hintergründe wirken nicht mehr ganz so steril, erwarten einen aber auch immer wieder unansehnliche Umgebungstexturen. Man sollte sich jedoch immer bewusst sein, dass die Xbox 360 schon beinahe fünf Jahre alt und technisch ausgereizt ist, und über Texturschwächen hinwegsehen. Optische Glanzlichter kann Halo: Reach vor allem mit einer sehr guten Fernsicht setzen. Wenn man sich durch die Levels bewegt und im Hintergrund teils heftige Massenschlachten stattfinden, hat man wirklich das Gefühl hat, auf einem riesigen Schlachtfeld zu kämpfen. Das Setting wirkt immer aus einem Guss und trägt sehr viel zur Atmosphäre bei. Eine weitere Neuerung soll den Spieler ebenfalls bei der Stange, respektive Controller, halten: Individualisierbarkeit seines Spartans, was Logo, Rüstungsupgrades und Farben angeht. Um sich neue Items kaufen zu können, muss man Credits verdienen und neue Ränge erreichen. Beides erhält man, indem man immer weiter zockt.
Pro:
+ Genialer Ko-Op-Modus für bis zu vier Spieler
+ Sehr gute Steuerung
+ Hitzige Feuergefechte
+ Dichte Atmosphäre
+ Viele Fahrzeuge und Weltraumschlachten
+ Starker Soundtrack
+ Toller Multiplayer-Modus sorgt für Langzeitspaß
+ Individualisierbarkeit des Charakters
Contra:
- Grottenschlechte deutsche Synchro
- Schwache Story
- Kaum Innovationen
- Angestaubte Grafikengine
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