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Lost Planet 2 PDF Drucken E-Mail
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Geschrieben von Pascal Scheib   
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Schneeschmelze = Heißes Game? 

Capcom ist einer der wenigen Publisher, dessen Games man quasi blind kaufen kann, weil die Qualität immer stimmt. Zumindest „stimmte“, denn mit Dark Void hat man ordentlich ins Klo gegriffen.
Allerdings, wurde das Spiel vom unabhängigen Studio Airtight Games entwickelt und das lässt die Scharte ein wenig besser verschmerzen. Lost Planet 2 stammt allerdings direkt von Capcom und da kann das Ergebnis nur hochklassig ausfallen! Oder etwa doch nicht? Schauen wir mal genauer hin.

Story: 


Der Planet E.D.N. III, zehn Jahre nach den Ereignissen um Waynes Abenteuer. Die unwirtliche Menschenkolonie ist immer noch geprägt vom endlosen Kampf zwischen der Militärorganisation NEVEC, den Piraten und nicht zu vergessen, der einheimischen Spezies, den Akriden. Jede Partei will diesen Planeten dominieren, da die Erde keine Option mehr zum Leben ist. Im Gegensatz zu Waynes Mission hat sich das Klima auf E.D.N. III allerdings grundlegend gewandelt. Anstatt durch Schneewüsten, stapfen wir nun ebenso durch tropische Dschungel. Wir greifen für beide Menschenparteien abwechselnd zu den Waffen und erleben die unterschiedlichen Sichtweisen auf den Konflikt, die so unterschiedlich gar nicht sind. 


Spieleindruck: 


Man merkt schon: Lost Planet 2 hat keine wirkliche Story in petto. Der erste Teil war zwar auch kein erzählerisches Meisterwerk, allerdings konnte man sich mit einem Hauptcharakter und einigen Mitstreitern identifizieren. Sie hatten Namen und Gesichter. Lost Planet 2 hingegen wirft uns direkt in diverse Scharmützel unter Namenlosen. Wir wissen nicht, weshalb wir hier für wen und mit wem kämpfen. Ballern einfach sofort wild drauf los. Freund und Feind zu unterscheiden, funktioniert dabei nur dank der Bezeichnungen über den Köpfen unserer Mitstreiter. Optisch ähneln sich die Figuren wie eineiige Zwillinge – und zwar egal, welcher Fraktion sie 
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angehören. Visuelle Akzente können nur die Akride setzen, welche zum Teil wirklich gigantisch sind. Die restliche Grafik kann allerdings bestenfalls mit „Mittelmaß“ bezeichnet werden, und so warten matschige Texturen in sehr langweilig designten Levels auf „mutige“ Spieleraugen. Kaum zu glauben, dass hier dieselbe Engine zum Einsatz kommt, wie in der grafischen und spielerischen Bombe „Resident Evil 5“. Vielleicht war aber auch nur der ständige Ruf nach Co-Op-Games, gleichwohl Schuld an der quasi nicht vorhandenen Story, als auch an der eher dürftigen Grafik. Wir selbst sind große Fans vom gemeinsamen Zocken! Vier Spielern gleichzeitig ermöglicht Lost Planet 2 das kooperative Spiel. Die Kehrseite der Medaille ist, dass das Game total auf Multiplayer ausgelegt ist. So muss man z. B. ein Solospiel offline „hosten“, um es zu starten – nicht die einzige user-unfreundliche Designschwäche. Spielt man „alleine“, ist man dennoch permanent mit drei Mitstreitern unterwegs, deren K.I. allerdings eher schwach arbeitet. Die Gegner sind zwar auch strohdumm, leider aber zahlenmäßig überlegen und wir möchten dringend den Schwierigkeitsgrad „Einfach“ ans Herz legen, denn andernfalls wird im Laufe des Spiels der eine oder andere Controller an der Wand zerschellen. Lost Planet 2 bietet viele unfaire Passagen und Frustgarantie. Spaß bringt das Game erst, wenn man endlich online geht und sich mit drei Freunden in die Missionen wirft. Da stört die belanglose Geschichte kaum noch und man kann endlich auch als Team agieren und riesige Akriden in Einzelteile schießen. Dazu stehen einem wieder einige Gewehrtypen und Granaten zur Verfügung, die überall im Level verstreut liegen. 
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Zudem kann man sich in einen Mech schwingen und den Gegnern damit zusetzen. Diese sind wieder einmal sehr cool in Szene gesetzt und machen wirklich Laune. Und auch wenn die Action gänzlich ohne Dramaturgie-Bogen präsentiert wird, ist die Kampagne ein einziger Action-Dauerlauf und als solchen kann man ihn im Vier-Spieler-Modus durchaus genießen. Die Steuerung der Spielfigur erfolgt, wie aus dem ersten Teil gewohnt, aus der Third-Person-Perspektive. Die Kamera ist leider nicht immer optimal justiert und man fängt sich schnell einige Treffer aus toten Winkeln ein, die einen dem Ableben ein paar Schüsse näher bringen. Zielen, Schießen oder sich mit dem Enterhaken an Vorsprüngen hochziehen, funktionieren jedoch präzise und intuitiv. Die Soundkulisse ist unspektakulär, aber solide. Das Spiel kommt, Capcom-typisch, in englischer Sprachausgabe mit deutschen Untertiteln daher. Neben dem Co-Op-Kampagnen-Modus, gibt es natürlich auch wieder einen Online-Multiplayer-Modus, in dem man sich mit Spielern aller Welt messen kann. 

Pro: 
+ Co-Op-Modus für bis zu vier Spieler 
+ Gigantische Endbosse 
+ Spaßige Multiplayer-ModusAction-Dauerfeuer 

Contra: 
+ Grottenschlechte Story 
+ Strohdumme Computer-Mitstreiter 
+ Schlechte K.I. 
+ allgemeinUnfaires Leveldesign mit Frustgarantie 
+ Kameraführung mit Schwächen 
+ Langweilige Level 
+ Für Solospieler uninteressant 
+ Schwache Grafik (abgesehen von den opulenten Bosskämpfen) 


Fazit: 


Tja, das habe ich nun davon, dass ich ständig nach Co-Op-Games schreie. Capcom verfolgt in Lost Planet 2 das Multiplayer-Konzept derart konsequent, dass Solo-Zocker, die Wert auf eine gute Geschichte legen, völlig außen vor gelassen werden. Dass Capcom aber durchaus im Stande ist, eine packende Story mit genialer Co-Op-Action zu kombinieren, wurde ja mit Resident Evil 5 eindrucksvoll bewiesen. Das Game ist vielleicht der beste Vertreter des kooperativen Zockens. Lost Planet 2 hingegen macht so vieles falsch und ist nur jenen zu empfehlen, die drei daddelnde Freunde haben, die mitspielen. 

Lost Planet 2 (Publisher: Capcom) ist für Xbox 360 und PlayStation 3 erschienen.


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