| Veganer betrogen!!! |
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| Geschrieben von Jürgen Laarmann | ||||||||
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Was tut man nicht alles für die Liebe. Das fängt mit Bücher lesen und
Filme ansehen, für die man sich zuvor niemals interessiert hat,
an und endet lange nicht damit, sich verrückte Tattoos mit Namen für die Ewigkeit ritzen zu lassen—oder mal eben die ganze Ernährung umzustellen, nur damit das Zusammensein noch viel, viel schöner, harmonischer und langlebiger wird. Hier eine Geschichte über letzteres: Sie fängt an, wie H., eine gute Freundin, sich auf einmal an der Salatbar Sprossen, Tofu und dergleichen auf den Teller schaufelte und für die Schnitzelbestellung der Anderen am Tisch nur halbmitleidige, halbverächtliche Blicke übrig hatte. Alsbald wurden die Gäste mit Sätzen wie »Ihr wisst ja gar nicht, was ihr Euch damit antut« behelligt und der ganzen Litanei über Nachteile von Nutzvieh including Metanabgase. »Ihr Klimakiller« durfte auch nicht fehlen, und das Gesamtverhalten aller wurde mit »pure Barbarei« analysiert. Denn seit sie mit dem B. zusammen sei, der ihr »endlich mal die Augen geöffnet habe«, sei sie strenge Veganerin geworden und sie empfahl uns ihr zu folgen, »es lohnt sich auch für einen selbst«—allerdings nicht sonderlich überzeugend, so dass niemand Veganer geworden wäre. Man gewöhnte sich an die neue Attitude von H. und nahm ihr Veganertum als Eigenheit hin. Mancher hatte zwar das Gefühl, dass die lebenslustige H. ein wenig fahler aussah, aber niemand traute sich, irgendetwas zu sagen. Und so war die Überraschung groß, als nach drei Monaten H. auf einmal statt der Sprossen ein Omelett auf dem Teller liegen hatte und sich ganz von allein rechtfertige à la »Die Umstellung auf strenges Veganertum ist meinem Body nicht so gut bekommen«, immerhin sei sie ja immer noch strenge Vegetarierin. Sie wirkte angestrengt im Vortrag und niemand wollte auf der Sache rumreiten. Dies änderte sich, als ein Freund sie im Blockhouse in der hintersten Ecke ein Riesensteak verzehren sah. Da brach sie in Tränen raus und heulte: »Ich halt‘s nicht mehr aus. Mein Macker geht mir so auf die Nüsse. Er verfolgt mich und spioniert mir nach, ob ich nicht doch Fleisch esse. Tofu, Soja, der ganze Dreck – ich kann‘s nicht mehr sehen. Ich hasse ihn, seine Vorträge, seine Intoleranz. Das ist meine Rache. Ich hasse mich dafür« und drohte »ein ganzes Leben heimlich Steaks zu verdrücken«. Zwei Monate später war dann auch Schluss mit B. und es ist sicher kein Zufall, dass H. jetzt mit dem Restaurantmanager eines Grillrestaurants liiert ist. Eine bessere Werbung für »Fleisch ist ein Stück Lebenskraft« hätte sich wohl niemand ausdenken können.
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