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Die Häppchen-Falle PDF Drucken E-Mail
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Geschrieben von Jürgen Laarmann   
Ich gebe zu, ich bin Fan der Grünen Woche. Ich mag die Idee der Food-Olympiade, in der alle Länder ihre bevorzugten Leckereien ins Rennen schicken und zur Schau stellen. Das liegt vielleicht daran, dass ich, als ich vor Jahren das erste Mal da war, an einem koreanischen Stand eine ultraleckere Techno-Schokolade gegessen habe, die mich nachhaltig beeindruckte und irgendwie hatte ich die Idee, diese wiederzufinden oder was Neues, Spektakuläres zu entdecken.

Also schnell an den »Deutsche Bundesländer präsentieren ihre unterschiedlichen Biere und Würste«-Hallen vorbei. In der nächsten Halle tapste meine Begleiterin bei »Spanien« sofort in die »Dürfen wir Sie auf einen Wein einladen«-Falle. Irgendwie hat die Grüne Woche noch immer das Image, dass man einmal Eintritt bezahlt und dann Köstlichkeiten aus aller Herren Länder umsonst goutieren darf—schließlich wollen die ja Werbung für sich machen. Wein gibt’s also jede Menge kostenlos, allerdings nie ohne das Hardcore-»Wir liefern direkt zu Ihnen ins Haus«-Verkaufsgespräch, in dem wir schnell gefangen waren.

Bereits nach zwei Hallen und vier Weinen angeknallt, kamen wir endlich eine Halle weiter leicht verspätet dazu, erst mal eine Grundlage zu schaffen. Zackzack, es folgten Känguru-Krakauer bei den Australiern und Springbock- und Krokodil-Spieße beim Afrika-Stand, wobei diese kontinentübergreifend nicht darauf verzichteten, ihre Köstlichkeiten in eine Berliner Billigschrippe zu packen.

Als Belarus uns dann noch mit einer Präsentation von Kristall-Wodka überraschte, waren alle Hemmungen gefallen und wir schlemmten uns durch mit folgenden Erkenntnissen: Den Franzosen fällt außer Champagner und Austern seit Jahren nichts mehr ein, Aserbaidschan hat die verrücktesten Fake-Cognacs, da hilft‘s auch nicht, wenn man sich in Marokko sündteures Aragon-Öl zum Ausgleich kauft und vier verschiedene Pfeffer aus Madagaskar.
Kurios der Nutella-Stand im Russland-Hangar zwischen Dutzenden von Wodkas (mit den bereits um 12 Uhr rotzbesoffenen russischen Promoterinnen)—und Elch-Burger braucht niemand. Die interessanteste Beute war die Wundertüte mit Health-Produkten der Region Tomsk, in der für drei Euro ein verpackter Tannenzapfen, eine Marmelade und ein Kalender mit toten Fischen und Eichhörnchen drin war.

Darauf noch drei Wodka, Durcheinanderdrinking rules und 12.30 Uhr schwankend durchs Gedränge, vorbei an Lebendtieren zum Ausgang. Nur Korea war dieses Jahr gar nicht auf der Messe vertreten. Auch ejal.

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