• raufeld medien
Die Drogenlüge PDF Drucken E-Mail
(40 Votes )
Geschrieben von Shelley Masters   
Neulich wurde ich ­Zeugin einer schlimmen »Party-­Entgleisung«, die wie so viele skurrile Geschichten im Berliner Nachtleben durch Drogenmischkonsum verursacht wurde. Ein Typ stand mit heruntergelassener Hose in der Disco, schlug um sich, wachte im Krankenhaus auf. Eingepinkelt, Klamotten weg, ebenso wie der Selbstrespekt. Super.

Eine Freundin berichtete mir den nächsten Fall: Fällt ein Typ in der Disco um, ein Brite auf Junggesellenabschied, sie begleitete den Unbekannten mit ins Krankenhaus, wo er die Drogen, die er nur an diesem Abend intus hatte, angab: Gut gesoffen, dann MDMA, Koks, weil alles nicht gleich geknallt hat, noch Speed hinterhern—und nu übergab meine Freundin seine einzelnen Zähne, von der Tanzfläche aufgesammelt, an den behandelnden Arzt im Praktikum, rund fünf Jahre jünger als der Manager mit seinem schief gelaufenen »Recreational Drug Use«, wie das Phänomen im Englischen heißt. Und immer öfter immer mehr immer krassere Storys in dieser Art!

Weil nicht nur mir der unkontrollierte Drogenkonsum in unserer »Partystadt« langsam gegen den Strich geht—wir haben mehr zu bieten als billige Chemie!—möchte ich hier eine Vision aus Mathias Bröckers (Bestseller-Autor, ehemaliger taz-Redakteur und Zeit-Kolumnist) neuem Buch »Die Drogenlüge« vorstellen, die vielleicht irgendwen in der Politik irgendwann mal zum Umdenken anregen könnte?

Bröckers wünscht sich, dass es in Zukunft, nach Legalisierung diverser Drogen (also staatlich kontrollierter Drogenabgabe, um den blutrünstigen Schwarzmarkt auszuschalten), Drogenkaufhäuser gibt, und zwar nach folgendem Modell: Zu erst wird über »nichtpharmakologisches Enhancement«, also Sport, Spiel, Yoga, Meditation aufgeklärt. Wem das nicht reicht, der darf mit seiner Kundenkarte, auf der jedes Shopping vermerkt wird, in den ersten Stock. Wenn das Shopping zu viel wird, gibt‘s wie in Portugal die Pflicht zur therapeutischen Beratung. Hier werden Cannabisprodukte aus Öko- und Fair-Trade-Anbau verkauft, im zweiten Stock soll es Stimulanzien, natürlich rein und pflanzlich geben—eher Ephedra, das alte Radfahrermittel als tschechisches Drecks-Speed.
Hört sich gut an—oder verrückt? Sollen Berater am Besten gleich in den Easyjetter gesetzt werden oder Pflichtvorlesungen vor allen Club- und Discotüren abhalten?

Wer weiterlesen will: Mathias Bröckers, »Die Drogenlüge: Warum Drogenverbote den Terrorismus fördern und Ihrer Gesundheit schaden «, Westend-Verlag.

Love [Shelley Masters]



Kommentare
Neuer Kommentar Suche RSS
+/-
Kommentar schreiben
Name:
Email:
 
Website:
Titel:
 
:angry::0:confused::cheer:B):evil::silly::dry:
:lol::kiss::D:pinch::(:shock::X:side:
:):P:unsure::woohoo::huh::whistle:;):s
 
Please input the anti-spam code that you can read in the image.
martin  - videodoku von einer lesung des buches     |06.06.2011 00:37:18
Medienprojekt PSI-TV präsentiert eine Videodokumentation der Lesung von Mathias Bröckers aus seinem neuen Buch
Anonym   |23.10.2011 15:38:28
Die anderen Lügen sind:
- Dope is fun
- Dope ist Freiheit
- Dope ist Steigerung
- Dope is harmlos
- man kanns ja steuern
- das eigentlich Schlechte am Dope ist der Schwarzmarkt
... wacht auf, Leute!
(Ich hab mein Teil auch gehabt.)

3.26 Copyright (C) 2008 Compojoom.com / Copyright (C) 2007 Alain Georgette / Copyright (C) 2006 Frantisek Hliva. All rights reserved."

 
< Zurück   Weiter >
Advertisement

[030] Suche

Brand neu

[030] Berlin - Ausgabe 19

Weiter …


Beelitz

Picknick in der Anstalt

Fantasy Film Fest

Jamie Marks is dead

Berlin Festival

Jetzt in der Arena

Berlins beste Partys

Maya Jane Coles am 28.08. im Watergate
Hier ist die neue Ausgabe zum Blättern Weiter …
 

[030] Tipp

»Kunst und Keksdose – 125 Jahre Bahlsen«

Weiter …Do 17.07 bis So 09.11., Di-So 10 bis 18 Uhr im Bröhan-Museum

Jeder weiß aus der Kindheit, dass sich Keksdosen perfekt dazu eigenen, unbezahlbare Kostbarkeiten aufzubewahren. Dabei kann die Dose selbst der größte Schatz sein: Zur Feier des 125-jährigen Bestehens des Hannoveraner Keksfabrikanten Bahlsen, Weiter …
 

[030] präsentiert

 
Klick Gefällt mir und werde Fan von [030]
 
 

+++Berlin Ticker+++

Berlin Festival zieht um
Das Gerücht, dass das Berlin Festival nicht mhr in Tempelhof stattfindet, hat sich bestätigt. Ein Grund für den Umzug wurde vom Veranstalter noch nicht genannt, man könnte aber davon ausgehen, dass die Platzkapazitäten in Tempelhof zu groß sind, der Vorverkauf zu schleppend war. Andererseits spricht vieles für die neue Lösung. Weiter …
 

Hier sind die Fotos!

 

[030]-Tipps zum Wochenende

[030] Newsletter

[030] Newsletter

Login

Login





Passwort vergessen?
Noch kein Benutzerkonto?
Registrieren

[030] Hostel Guide

Metropol Hostel Berlin

Willkommen im Metropol Hostel Berlin!

Das Metropol Hostel Berlin liegt im Alternativbezirk Kreuzberg. Um die Ecke liegt der berühmte Bergmannkiez mit internationalen Cafés, Restaurants und Bars. Weiter …
 

Berlin Mitte Boy präsentiert Berlin Songs

Vol. 812: Reinhold Andert - Im Treptower Park
Jetzt mal ein streng sozialistisches Arbeiterlied.... "Im Treptower Park".... Weiter …
 

Top 20 Shelley Masters

Top 10 Berlin Songs