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Berliner Jungdesigner machen Mode |
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Geschrieben von Charlotte Jäckel
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Zur Berliner Modewoche präsentiert [030] statt etablierten Labels Jungdesigner, die kaum unterschiedlicher hätten sein können.

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Annelise Umali
Die 26-jährige Annelise Umali hat an der Esmod in München studiert. »Man
versucht ab einem bestimmten Alter einen Beruf zu erlernen, um seinen
Lebensunterhalt bestreiten und um sich absichern zu können«, betont die
Absolventin, die vor ihrem Studium eine Ausbildung als Dekorateurin
abschloss. »Der Job ermöglichte mir, viel zu reisen, Kulturen kennen zu
lernen und meinen Horizont zu erweitern—aber irgendwann war die Puste
einfach raus.« So beschloss Annelise Modedesign zu studieren und bewarb
sich an der Esmod. »Für mich ist Mode ein Handwerk, ein Beruf, bei dem
Kreativität eine große Rolle spielt.« Ihre Diplomkollektion »Overseas«
widmete Annelise ihren Eltern, die sie während des Studiums tatkräftig
unterstützten. »Meine Mutter wurde zur Muse und Inspiration. Sie zog mit
19 Jahren als ›Philipina Oversea Worker‹ nach Deutschland, was den
Namen meiner Kollektion erklärt, die philippinische Traditionen und
europäische Kultur verbindet«.
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Hypnosis Berlin Kennen gelernt haben sich Diplom-Modedesigner
Niklas Kauffeld und Matthias Jahn in ihrer Heimat Kassel. »Als wir
unabhängig voneinander nach Berlin gezogen sind, haben wir uns auf einer
Privatparty wieder getroffen und gemerkt, dass wir auf einer
Wellenlänge sind.« Während Niklas auf den Diplomplatz wartete, beschloss
er, mit Matthias das Label zu gründen. Seid 2008 präsentieren sie ihre
Frauenkollektion, die sie als »Jersey Couture« bezeichnen. Die
Hypnosis-Stücke zeichnen sich durch geometrische Schnittkonstruktion und
Asymmetrien aus. »Der Name Hypnosis ist spontan entstanden und passt
einfach zu unserem ausgefallenen Design«, so Niklas. »In jeder Saison
arbeiten wir mit einem Inspirationsthema und haben uns dieses Mal für
die sieben Todsünden entschieden, was sehr spannend, aber auch
herausfordernd ist! Maßlosigkeit repräsentiert die kommende
Herbst-Winter- Kollektion, die wir erstmals auf der Premium Messe
vorstellen werden.« |
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HoogstraatDas junge Label wurde 2010 von der Schneiderin und
Modedesignerin Friederike Westphal und der Graphikerin Linda Elisa
Sinewe gegründet. Frederike und Linda lernten sich bei der Arbeit für
ein Streetwearlabel in Berlin kennen. »Wir haben schnell gemerkt, dass
wir gut miteinander können und uns optimal ergänzen«, erzählt
Friederike. Der Wunsch, sich selbstständig zu machen, förderte die
Zusammenarbeit. »Hoogstraat ist unser Lebenstraum«, so die 29-jährige
Linda. »Es macht einfach Spaß, eigene Ideen umsetzen zu können.«
Inspiriert und beeinflusst werden sie vom Berliner Alltag. Die
unterschiedlichen, oftmals widersprüchlichen Styles von Berlinern,
Touristen und Zugezogenen reflektieren sich in der Kollektion der beiden
Frauen. »Im Gegensatz zur Schnelllebigkeit der Stadt interpretieren wir
die Styles aber zeitloser und minimalistischer.« Die Zukunft sehen die
beiden europaweit: »Auf die Boutiquen in Mailand und Kopenhagen freuen
wir uns besonders!« |

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Matistache»Wenn man gewohnte Wege geht, muss man in der
Schlange stehen und warten«, lautet das Motto des 20-jährigen Mathias A.
Lempart, der mit seiner Schnurrbartkollektion auf positives Feedback
gestoßen ist. »Ich habe kein Modedesign studiert, sondern bin einfach
ein kreativer und spontaner Mensch«, so der experimentierfreudige
Konzeptkünstler. Nach dem Abitur zog der gebürtige Karlsruher 2010 nach
Dortmund, um an dem Kunstprojekt »2-3 Straßen« mitzuwirken. Während des
Projektes gründete Mathias sein Label »Matistache«. Bei jedem Stück
handelt es sich um ein Unikat. Doch warum ausgerechnet Schnurrbärte?
»Sie sind einfach unverwechselbar und ein toller Eye-Catcher«, betont
Mathias. »Außerdem sollen sie die männlichen Bauchmuskeln stilisieren,
Männlichkeit symbolisieren und die Sehnsucht jeder Frau befriedigen.« Im
Juli präsentiert er seine Kollektion während der Wiener Modewoche und
möchte anschließend in die deutsche Hauptstadt ziehen. |

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Samantha WarmuthDie 24-jährige Lette-Absolventin Samantha
Warmuth präsentierte ihre Abschlusskolletion während der diesjährigen
Fashion Show »360°« im Gasometer Schöneberg. Modedesign zu studieren hat
Samantha erst nach dem Abitur in Erwägung gezogen. »Zu dem Zeitpunkt
habe ich mich besonders für Theater und Kostümgeschichte interessiert.
Beim Filmeschauen achtete ich immer mehr auf aufwendige Kostüme und
Accessoires«, erinnert sich die ehemalige Mode-Studentin. »Mit meinem
speziellen Design möchte ich vor allem an das Thema Steampunk anlehnen,
eine kulturelle Bewegung, bei der moderne und futuristische technische
Funktionen mit Mitteln und Materialien des viktorianischen Zeitalters
verknüpft werden.« Mit der Liebe zum Detail und dem schmalen Grat
zwischen Mode und Kostüm möchte Samantha auch weiterhin arbeiten und
erfolgreich werden. Doch nach der anstrengenden Abschlussprüfung zieht
es die Jungdesignerin erst einmal für zehn Monate nach Barcelona. |
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