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Geschrieben von Michael Schneider
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Live am Sa 03.09. der [030] Party 2011 in der Kulturbrauerei, PalaisDie Turntablerocker Michi Beck und sein Kollege Thomilla headlinen in wenigen Wochen die [030] Party 2011 in der Kulturbrauerei. Nur wenige Kilometer entfernt arbeiten die beiden momentan in einem Hinterhof-Studio in Prenzlauer Berg an ihrer neuen Platte, die Anfang nächsten Jahres erscheinen wird.
Fast zehn Jahre ist es inzwischen her, dass Michi Beck seinen Wohnsitz
von Stuttgart nach Berlin verlegte, Thomilla lebt und arbeitet nun auch
schon sechs Jahre in der Hauptstadt. Wir trafen Michi Beck im Studio und
setzten ihn mit einem eigens für ihn ausgefeilten
Musik-und-Hauptstadt-Fragebogen auf den Grill.
Wann die letzte HipHop-Show gesehen?In einem richtigen HipHop-Klub war ich schon eine ganze Weile nicht mehr. Die letzte HipHop-Show habe ich auf einem Open Air gesehen: Jay Z. Er war cool, und das Zusammenspiel zwischen Band und Sequenzer war sehr gut.
Der beste Moment der neuen Turntablerocker-Platte? Ein toller Moment wird sein, wenn sie fertig gemischt ist. Der Moment, wo man eine Platte auf die Welt loslässt, ist toll.
Ein Song, den du überhaupt nicht mehr hören kannst?»No Melody.«
Schon mal neidisch auf Peter Fox gewesen?Selbstverständlich. Ich glaube, jeder deutsche Musiker der Jetztzeit kann zu recht neidisch auf Peter Fox sein. Er hat das tolle Talent, die erfolgreichste Musik zu machen, ohne sich wahrnehmbar zu verbiegen. Das möchte doch jeder Musiker.
Zu Peter Fox gibt es ürigens eine Geschichte: Als Thomilla nach Berlin zog, hatten wir ein Studio in Kreuzberg, im gleichen Haus, wo auch Seeed ihr Studio haben. Thomilla hatte sich dort einen Raum als Studio ausgebaut, in dem wir an einem neuen Album saßen. Leider kam überhaupt nichts Tolles dabei heraus, wofüt wir die schlechten Schwingungen des Raumes verantwortlich machten und beschlossen, auszuziehen und uns ein neues Studio zu suchen. Peter Fox hat uns damals den Raum abgekauft – und dann dort »Stadtaffe« gemacht. Soviel zu »schlechten Schwingungen«.
Deine Erklärung für den Erfolg von Paul Kalkbrenner?»Berlin Calling« und »Sky And Sand«. Die beiden Faktoren haben ihn dort hoch geschossen, wo er jetzt ist.
Beste neue deutsche HipHop-Platte? Das neue Sammy Deluxe Album.
Mal über den eigenen Bandnamen geärgert? Über beide, ja. Aber es sind nur Namen.
Worüber das letzte Mal mit Thomilla gestritten?Über eine Vocal Line. Ernsthaft Streit hatten wir allerdings noch nie—und wir arbeiten seit 1994 zusammen.
Deine Erklärung, warum mehr Mädchen als Jungs auf die Turntablerocker stehen?Natürlich wegen Thomilla.
Irgendwann mal froh darüber gewesen, Four Music verkauft zu haben?Allerdings. Eine Plattenfirma würde ich jetzt nicht mehr haben wollen.
Manchmal Mitleid mit Musikern, die erst jetzt ins Musikbusiness starten?Ja und Nein. Ja deswegen, weil Plattenfirmen heutzutage ganz anders agieren. Als wir vor 20 Jahren mit Die Fantastischen Vier anfingen, haben Plattenfirmen zum Beispiel noch dafür bezahlt, dass eineBand auf Tour gegangen ist. Eine Tour galt damals noch als Werbung für die Platte. Heute ist es andersherum so, dass Plattenfirmen an den Konzert-Gagen der Musiker mitverdienen wollen. Gleichzeitig ist es schwieriger, überhaupt einen Plattenvertrag zu bekommen, weil die Labels nicht mehr so viel Geld verdienen und nicht mehr so viel ausprobieren.
Auf der anderen Seite haben junge Musiker heute durch das Internet mehr Möglichkeiten, sich selber ins Gespräch zu bringen. Prinzipiell glaube ich, dass talentierte und ausdauernde Musiker sich genauso durchsetzen werden wie früher.
Drei Dinge, die du schmerzlich vermissen würdest, wenn du Berlin den Rücken kehren müsstest. Meinen Freundeskreis. Das Angebot an Restaurants, Schauspiel, Museen, Galerien und Modeläden. Die Seen und das viele Wasser. Und mittlerweile vielleicht sogar die Berliner Schnauze.
Welcher Berliner Eigenheit würdest du keine Träne nachweinen?Der Art von Sozialneid, die sich darin äußert, dass man fremdes Eigentum zerstört. Und dem Berliner Wetter.
Wann zuletzt im Soho House schwimmen gewesen?Dieses Jahr noch gar nicht. Letztes Jahr.
Wie viele Kilometer Wegstrecke von der Kulturbrauerei nach Hause?Es schrammt knapp an der Taxi-Kurzstrecke vorbei.
Mal davon geträumt, im Berghain zu spielen?Nein. Wir wissen ja, wer wir sind. Wir sind nicht Underground genug, um dort zu spielen.
Schlesisches Tor oder Hackescher Markt?Weder noch. Ist beides nicht meins.
Dein Kommentar zum Schwaben-Hass in Berlin?Auch eine der Sachen, denen ich keine Träne nachweinen würde.
Beste Berliner Band?Seeed. Beatsteaks. Mia. KIZ.
Wahr, dass das Weekend dein Lieblingsclub ist?Die Betreiber sind Freunde von uns. Es gibt bestimmt hippere Clubs. Aber es gibt auch hippere DJs als uns. Ich finde es immer ein bisschen billig, dem neuesten Trend hinterher zu laufen. Lieber stärken wir unseren Homies den Rücken. Deswegen spielen wir auch weiterhin im Weekend.
Deine erste Amtshandlung als Berliner Bürgermeister?Tempelhof wieder aufmachen (lacht). Einfach, um mich unbeliebt zu machen.
Welchen Berliner Modetrend nie verstanden?Diese asymmetrische 80er Jahre Frisur. Auf einer Seite ganz viel, auf der anderen Seite ganz wenig Haare.
Beste DJ-Kanzel der Stadt?Die, die ihr in der Kulturbrauerei für uns aufbauen werdet.
Turntablerocker live im Palais am Sa 03.09. auf der [030] Party 2011 in der Kulturbrauerei
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Tickets im vergünstigten Vorverkauf gibt es hier
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