| Wilde neue Weiber |
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| Geschrieben von Shelley Masters | ||||||||
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Hallo liebe Leserinnen, wart Ihr beim Slutwalk? Falls nicht: Ich war da und habe mich nach dem Stand der Frauenbewegung 2.0 erkundigt.
Zur Erinnerung: Bei der weltweiten Slutwalk-Bewegung gehen Frauen, aber
auch Männer und alles, was der Transgender-Bereich an sexuellen
Identitätsformen so hergibt, sexy oder schlampig gekleidet auf die
Straße, um für freie Kleidungswahl zu demonstrieren. Ohne für Anmachen aufgrund z. B. »zu« kurzer Röcke oder gar Vergewaltigungen selbst verantwortlich gemacht zu werden. Ich sprach mit zwei Zwanzigjährigen, die in knappen Shorts und oben ohne auf dem Wittenbergplatz angetreten waren, um für Gleichberechtigung zu demonstrieren. Und gegen Alice Schwarzers »voll antiquierten Männer- und Porno-Hass«. Zugeben muss ich, dass ich anfangs ein wenig skeptisch war. Schließlich leben wir in einem Land, in dem frau mit 14 in eine betreute – staatsfinanzierte! - Jugend-WG ziehen kann, wenn es zu Hause nicht mehr klappt. Wir alle wissen: In anderen Ländern wird das Gör erst verprügelt, dann verheiratet und auch gern dann vom Mann weiter verprügelt, bis es »funktioniert«. Eine Frau, die in Deutschland eine von ihr ungewollte Schwangerschaft beenden will, braucht hier dazu nicht die Einverständniserklärung des – vielleicht gewollt? - werdenden Vaters. Eine Frau, die Fregatten steuern oder Jet-Fliegen oder Maschinengewehrschießen will, meldet sich einfach beim Wehrdienstberater. Wer mit nackten Busen im Park liegen will, macht's, ohne wie im prüden Amerika eine Ordnungswidrigkeit zu begehen. Dass wir längst alles tragen können, was H&M, die Fashionweek, Humana oder der großmuttersche Kleiderschrank hergibt, steht außer Frage. Dass der Menschenverstand sagt: »Lauf nicht nachts allein in dunklen Parks, egal was du trägst« gilt weltweit und für alle. Ich würde sagen: Gleichberechtigung existiert. Zum Glück ließ ich mich von den Twens auf dem Slutwalk aber aufklären, wo sie Handlungsbedarf sehen: In ihrem Umfeld gäbe es zu viele Mädels, die einfach nur hübsch, süß und männergefällig sein wollten, sich keinen Gedanken um Karriere bzw. Selbstverwirklichung außer »Model« und »Popstar« machten. Eine Diskussion entbrannte – wir einigten uns darauf, dass Deutschland echt nicht so schlecht ist, diese Girls aber Opfer der Mediengesellschaft, die zeigt, dass noch für jede hübsche »Schmuckdesignerin« ein Millionär bereit steht! Das gelte es zu ändern. Ob die persönliche Erleuchtung und »Frau-Definition 2.0« nun durch Frauenbewegung, Studium, durchravte Nächte (bzw. das Erwachen danach) oder am besten durch die Eltern initiiert stattfinden würde, konnten wir leider nicht abschließend klären. Einige Kombi aus all dem wär's wahrscheinlich. Einigen konnten wir uns darauf, dass die zukünftigen Slutwalks die besseren, wilderen und nicht-kommerzielleren CSDs sein werden – es macht einfach mehr Spaß, ohne T-Shirt und BH durch die Stadt zu laufen, und überhaupt: Ohne den Bürgermeister zu protestieren. Love Shelley Masters
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