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Herbst Preview Opern & Theater - Was geht im Herbst? PDF Drucken E-Mail
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Geschrieben von Jens Fischer   

Ohne viel Umschweife präsentieren wir hier die wichtigsten Premieren des Berliner Theaterherbstes:

Die Liebe erscheint in Kleists »Das Käthchen von Heilbronn oder die Feuerprobe« (Premiere am 04. November als Eröffnung des Kleistfestivals im Gorki) als einzig wahre letzte Utopie in unserer Gesellschaft, die vor sich selbst geschützt werden muss.
Käthchen stalkt den Grafen Friedrich Wetter, der steht aber auf Kunigunde und irgendwie haben alle Wahnvorstellungen.
Einen Monat später feiert das gleiche Käthchen in einer Inszenierung von Andreas Kriegenburg am Deutschen Theater Premiere. Doch zuvor sind dort Studio Braun (Schamoni, Palminger und Strunk) am Start mit »Fahr zur Hölle, Ingo Sachs« - ein »musikalisches Charles-Bronson-Projekt« über Selbstjustiz (Premiere 18.11.). Davor allerdings noch »Trauer muss Elektra tragen« (18.10.) und Schimmelpfennigs »Die Vier Himmelsrichtungen« (28.10.).
Der homosexuelle Katholik und Theaterregisseur Olivier Py ist seit 2007 Intendant des renommierten Pariser Théâtre de l’Odéon, wurde aber zum nächsten Jahr bereits gekündigt. Dieser in der französischen Theatergeschichte einmalige Fall – normalerweise werden die Verträge verlängert – löste in Frankreich Kontroversen über die Personalpolitik aus, in deren Umfeld Nicolas Sarkozy gern mal als Karikatur des Sonnenkönigs dargestellt wurde. »Die Sonne« von Olivier Py – Premiere am 02. November in der Volksbühne.
Der russische Schriftsteller Alexander Puschkin war Freund von Pistolenduellen, bis er 1837 eines verlor. Am 25. November feiert sein Epos »Eugen Onegin« als detektivische Reise in die Gesellschaft des 19. Jahrhunderts und als Liebeserklärung an die Liebe in der Schaubühne Premiere.
Abartiges macht die Neuköllner Oper: »Frau Zucker will die Weltherrschaft« (Premiere 13.10.), entführt Kinder und vergiftet sie mit Vanillesoße. Denn Kinder haben genauso viel Energie wie 400 Tonnen Rohöl. Saugt man sie ab, werden die Kinder erwachsen, versorgen dafür aber Berlin mit Strom.



Infobox

Phil Collins (nein, nicht der Musiker) nahm im September in seinem Stück »This Unfortunate Thing Between Us« im Hebbel das Teleshopping aufs Korn und verkaufte im Theater Fantasien, die live umgesetzt wurden. Eines der Angebote, ein Rolle in einem viktorianischen Porno, ging für 7,99 Euro weg. Der Käufer behielt seine Hose jedoch an.



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