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Geschrieben von Katharina Nickel
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Neonazi-Drama – Start am 19.01.Die 20-jährige Marisa (Alina Levshin) lebt in der ostdeutschen Provinz und ist rechtsradikal.
Ihre Freizeit verbringen die jungen Neonazis damit, Ausländer in Zügen
anzupöbeln, mit Saufexzessen, dem Proben von militärischen Aufmärschen –
und damit, allen anderen die Schuld an den eigenen Lebensumständen zu
geben. Dann überschlagen sich die Ereignisse: Die 15-jährige Svenja
(Jella Haase) drängt sich in die Clique, argwöhnisch von Marisa beäugt;
Marisas Freund Sandro (Gerdy Zint) kehrt nach einem Knastaufenthalt
zurück, und sie selbst trifft auf den afghanischen Flüchtling Rasul, der
unbedingt weiter nach Schweden will.
Autor und Regisseur David Wnendt kreiert eine Milieustudie, die die
knallharte Realität der Neonazi-Szene darstellt, geprägt von
unglaublicher Aggressivität und Hassparolen. Er deckt die möglichen
Gründe dafür auf, die oft in der sozialen Verwahrlosung der Jugendlichen
liegen, aber auch im Erbe dieses Gedankenguts von alten Nazis. Die
Charaktere werden feinsinnig entwickelt, während die Handlung komplex,
aber doch zusammenhängend erscheint. „Kriegerin“ soll aufklären, aber
nicht vordergründig pädagogisch sein. Besonders die Schauspieler glänzen
mit einem intensiven Spiel, zu Recht gewann Alina Levshin diverse
Preise. Sie meistert die psychologisch vielschichtige Rolle der Marisa
sehr überzeugend. Allerdings stellt der Regisseur den Versuch an, seiner
Hauptfigur eine Wandlung aufzwingen, was letztlich nicht vollkommen
überzeugen kann.
Deutschland 2011, 103 Min., R: David Wnendt, D: Alina Levshin, Jella Haase, Gerdy Zint
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