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Geschrieben von Dirk Lüneberg
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DDR-Drama – Start am 08.03.
Die Schauspielerin Nina Hoss und der Regisseur Christian Petzold geben
fraglos eins der Traumpaare des deutschen Kinos ab. Nach zuletzt »Yella«
und »Jerichow« ist es nun bereits das fünfte Mal, dass die zwei
zusammen arbeiten.
Und man verrät nicht zuviel, wenn man sagt, dass auch ihre erneute Kollaboration zu einem atmosphärisch dichten und subtilen Meisterwerk geführt hat, das auf der diesjährigen Berlinale als beste Regiearbeit ausgezeichnet wurde.
Angesiedelt in der DDR im Jahr 1980, spielt Nina Hoss die Titelfigur als eine enttäuschte, zurückhaltende, aber nicht hoffnungslose Frau. Von der Berliner Charité wird die Ärztin in ein kleines Provinzkrankenhaus an der Ostsee versetzt. Der Grund: Sie hatte es gewagt, einen Ausreiseantrag zu stellen. Jörg (Mark Waschke), ihr Freund aus dem Westen, plant parallel Barbaras Flucht über das Wasser. Entsprechend ist für die von ihrem Land Enttäuschte ihr neuer Job nicht viel mehr als eine Übergangsstation. Und so erledigt Barbara ihre Arbeit zwar professionell, hält die neuen Kollegen aber auf Distanz. Dass ihr Chef Andre (Ronald Zehrfeld) ihr da mit so viel scheinbar vertrauensvollem Interesse gegenüber tritt, lässt sie misstrauisch werden.
Petzold zeichnet hier - im Gegensatz zu vielen anderen Filmen, die sich mit der DDR auseinandersetzen - ein durchweg ambivalentes Bild des zweiten deutschen Staates. Und dies sogar noch aus der Perspektive einer Frau, die ihre Heimat eigentlich so schnell wie möglich verlassen will. So zeigt der Filmemacher durchaus die Perspektivlosigkeit seiner Protagonistin, die von der Stasi überwacht und drangsaliert wird, sich aber trotzdem ihre Menschlichkeit bewahrt hat.
Regisseur Christian Petzold, der auch diesmal das Drehbuch geschrieben hat, erzählt in seinem Drama unter der latent bedrückenden Atmosphäre eines repressiven Staates eine von einer starken inneren Spannung zusammen gehaltene Geschichte mit stimmigen Figuren. Allerfeinstes heimisches Kino, in dem einem neben Nina Hoss der nicht minder grandiose Ronald Zehrfeld noch lange in Erinnerung bleibt.
Deutschland 2012, 105 Min., R: Christian Petzold, D: Nina Hoss, Ronald Zehrfeld, Mark Waschke, Jasna Fritzi Bauer, Susanne Bormann
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