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Geschrieben von Dirk Lüneberg
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Märchenklassikerverfilmung - Start am 05.04.Das Märchen von Schneewittchen samt böser Stiefmutter und den sieben Zwergen wird uns in diesem Jahr zwei Mal auf der Leinwand begegnen – und keine der beiden Versionen wird ein Animationsfilm sein, zugleich nähern sich beide dem Stoff auf völlig unterschiedliche Weise.
Während Ende Mai Kristen Stewart das Schneewittchen verkörpern wird, das
den Spieß umdreht und zusammen mit einem eigentlich auf sie angesetzten
Kopfgeldjäger (»Thor«-Darsteller Chris Hemsworth) Jagd auf die böse
Königin (Charlize Theron) macht, ist zuerst einmal Lily Colins als
verstoßene Königstochter an der Reihe. Doch die Figur, die in »Spieglein
Spieglein« für den entscheidenden Unterschied sorgt, ist zweifelsohne
Tarsem Singh.
Der indischstämmige Regisseur ist nach Filmen wie »The Cell« und zuletzt
»Krieg der Götter« für seine stark stilisierten und vor allem
farbenprächtig-knalligen Dekors bekannt. Damit erschafft Singh auch
diesmal wieder eine nah am Rande des Kitschs angesiedelte Kunstwelt, wie
sie verspielter und zuckersüßer nur schwer vorstellbar ist. Doch all
dies märchenhaft Künstliche wird gebrochen, indem der altehrwürdigen
Geschichte der Gebrüder Grimm, vor allem aber den darin auftretenden
Figuren, ein (post)moderner Dreh verpasst wird. Julia Roberts als böse
Stiefmutter ergötzt sich so fabelhaft selbst an ihrer eigenen
Boshaftigkeit, dass es eine wahre (Spiel)freude ist. Prinz Andrew (Armie
Hammer), verliebt in das Schneewittchen, aber verhext und zur Heirat
mit der bösen Königin gezwungen, stolpert immer wieder über seine
Tölpelhaftigkeit, hält sich dessen ungeachtet aber nach wie vor für den
Größten. Die unvermeidlichen sieben Zwerge sind nicht sonderlich
niedlich, sondern eine Bande ausgewachsener Straßenräuber. Und das
Schneewittchen selbst wandelt sich im Laufe des Films vom scheuen
Prinzesschen zur taffen Kämpferin für die Gerechtigkeit.
Die traumhaft schönen (digitalen) Bilderwelten, das mit sichtlichem Spaß
aufspielende Ensemble in Verbindung mit Singhs auf den Punkt genauer
und rasanter Inszenierung sorgen dafür, dass dieses schon x-mal für die
Leinwand aufbereite Märchen immer noch ordentlich Spaß macht.
»Mirror Mirror«, USA 2011, 106 Min., R: Tarsem Singh, D: Lily Colins, Julia Roberts, Armie Hammer, Nathan Lane
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