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Der Spargel-Mayday PDF Drucken E-Mail
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Geschrieben von Jürgen Laarmann   
Wir Berliner lieben Spargel. Der Beginn der Spargelzeit bedeutet, es ist Frühling und dank seines leicht phallischen Aussehens steht er für die passenden Gefühle. Er ist Luxus, aber gerade noch bezahlbar. Er schmeckt einfach so lecker. Und ich habe ein Spargelrezept (einfach etwas Kokosmilch, Curry, Ingwer und Curcuma dran), mit dem ich bisher noch bei jedem Begeisterung ernten konnte.

So wünschte sich der Besuch aus London (bei dem ich während der Olympischen Spiele wohnen wollte) für seinen Berlin-Besuch, nichts weiter als Spargel essen und friedlich draußen sitzen. Und so checkte ich ein paar Freunde mit toller Dachterrasse, die auch gleich mit eingeladen werden sollten. Natürlich hätte man auf dem Markt am Samstag an zahlreichen Spargelständen schon einkaufen können, aber der Spargel sollte jedoch superfrisch sein für die lieben Gäste, die für Montagabend erwartet wurden. Als ich am Montag gegen 17 Uhr zum Spargelstand im Karstadt am Hermannplatz ging und diesen verwaist und fast abgebaut vorfand, dachte ich noch, »Mann, sind die blöd, wollen die denn gar kein Geschäft machen«?

Als ich bei Edeka, drei Bioläden, Kaiser‘s und Netto ebenfalls keine einzige Stange Spargel mehr bekommen konnte, war klar, dass meine Spargel-zur-Walpurgisnacht-Idee alles andere als exklusiv war und dass das Geschäft längst gelaufen ist. Es war inzwischen 19 Uhr geworden, das Spargelessen war für 21 Uhr angesetzt und ich geriet in  Panik, verfluchte meine Naivität und überlegte: »Schnell mit dem Taxi ins KaDeWe«, was mir allerdings auch zu unsicher erschien. Um nicht als totaler Spargelversager da zu stehen, beschloss ich, in den sauren Apfel zu beißen und das Privatspargelkochen in eine Restauranteinladung umzuwandeln. Auch diese Idee war nicht exklusiv, nach 20 »Ausgebucht«-Ansagen war ich erleichtert, im Grunewald noch eine Location zu finden, die die Kriterien »Terrasse« und »frischer Spargel« anbot.

Abgesehen davon, dass dank horrender Taxi- und Weinnebenkosten der Titel der nächsten Kolumne »Ruiniert schon vor der Festivalsaison« heißen könnte, stimmte zunächst alles. Schöne Terrasse, tolle Vorsommerstimmung—und wirklich allerbester Spargel. Leider ging in dem Moment, wo dieser serviert wurde, eine Autoalarmanlage los und verbreitete das Flair einer WK-II-Bombennacht. Volle 45 Minuten dauerte es, bis die verpeilte Nutzerin eintraf, die weitere zehn Minuten brauchte, ihre Rappelkiste abzustellen.

Olympia in London wird auch nix—die lieben Gäste haben ihr Apartment bereits zu Mondpreisen vermietet.



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