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Geschrieben von Dirk Lüneberg
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Pfadfinderkomödie - Start am 24.05.Kinder sind die wahren Helden und eigentlich die besseren und zumeist auch vernünftigeren Erwachsenen, während die Erwachsenen sich eher wie bockige Kinder verhalten. Wie ein roter Faden zieht sich dieses Figurenschema mal mehr, mal weniger ausgeprägt durch das filmische Schaffen von US-Regisseur Wes Anderson
, auf dessen Konto Filmschmankerl wie »Rushmore«, »Die Royal Tenenbaums«
oder zuletzt das Stop-Motion-Abenteuer »Der fantastische Mr. Fox«
gehen. Und in seiner aktuellen Komödie, mit der auch die diesjährigen
Filmfestspiele in Cannes eröffnet wurden, ist er seinem vertrauten Stil
treu geblieben: Viel verschrobener Humor, der sich in den Absurditäten
der Story ebenso spiegelt wie in den darin auftretenden Figuren, findet
sich hier ebenso wie eine Detailverliebtheit in Ausstattung und Kostümen
sowie ein eher ans europäische Kino erinnernder, anspielungsreicher
sowie stets etwas altmodisch wirkender Inszenierungsstil.
Letzteres mag diesmal der Tatsache geschuldet sein, dass die Komödie
Mitte der 1960er Jahre spielt. Und zwar auf einer kleinen und Neuengland
vorgelagerten Insel. Dort schleicht sich der Pfadfinder Sam (Jared
Gilman) aus dem Sommercamp davon, um mit seiner heimlichen Freundin Suzy
(Kara Hayward) durchzubrennen. Geschickt ihre Spuren verwischend,
pirschen die beiden 12-Jährigen über das abgelegene Eiland, während der
örtliche Sheriff Sharp (Bruce Willis) die Suche aufgenommen hat, sich
dabei jedoch nicht sonderlich geschickt anstellt. Als sich auch noch das
alarmierte Jugendamt ansagt, droht die Situation zu eskalieren.
Wes Anderson gelingt es erneut, eine prominente Besetzung
zusammenzutrommeln, darunter sind neben dem fast schon obligatorischen
Bill Murray noch Tilda Swinton, Edward Norton, Frances McDormand und
Harvey Keitel zu sehen. Überragend aber auch die Leistungen der beiden
Kinderdarsteller Jared Gilman und Kara Hayward. Wenngleich man sich des
Eindrucks nicht ganz verwehren kann, dass Andersons Story diesmal etwas
zu kindisch geraten ist, bekommt man auch mit dieser
zauberhaft-versponnenen und pointiert erzählten Komödie genau das, was
man von einem typischen Wes Anderson-Werk erwarten darf.
USA 2012, 95 Min., R: Wes Anderson, D: Jared Gilman, Kara Hayward, Bruce Willis, Edward Norton
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