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Geschrieben von Martin Schwarz
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Emotionschaos – Start am 14.06.Ausgerechnet in Griechenland erblüht derzeit eine neue Filmszene mit Kreativen, die sich trotz der fehlenden finanziellen Mittel nicht davon abhalten lassen, die Wirtschaftkrise künstlerisch zu verarbeiten. Nach „Attenberg“ im Mai startet nun bei uns der zweite Film dieser Art.
Eine Gruppe von Menschen hat sich in einer Turnhalle zu einer
Dienstleistung zusammengefunden: Sie wollen für Angehörige eines
kürzlich Verstorbenen für einige Stunden in der Woche den Platz des
Toten einnehmen, um deren Trauer zu lindern. Der Chef der Gruppe (Aris
Servetalis aus „Kleine Verbrechen“) hat ihr den Namen „Alpen“ gegeben.
Der Leiter selbst nennt sich Mont Blanc. Die Gruppe unterliegt
strengsten Verhaltensregeln, eine davon lautet: auf keinen Fall
emotional an den Kunden binden. Doch genau diesen Fehler begeht eine
Krankenschwester mit dem Decknamen „Monte Rosa“ (Aggeliki Papoulia). Als
ein Mädchen nach einem Unfall stirbt, nimmt sie ohne Wissen der „Alpen“
deren Rolle ein und geht in ihr auf.
Eine karge Szenerie, ein abweisender Umgang der „Alpen“-Mitglieder
miteinander – Regisseur Yorgos Lanthimos entwirft eine ungemütliche
Szenerie, in der die Protagonisten ihrem merkwürdigen Job nachgehen.
Potenziert wird dieses Unbehagen durch teilweise bewusst gestelzt
klingende Dialoge – als ob die Menschen ihre Rolle in der Welt üben. So
entsteht das Bild einer Gesellschaft, deren Emotionen aus dem Ruder
gelaufen sind.
„Alpeis“, Griechenland 2011, 93 Min., R: Yorgos Lanthimos, D: Aggeliki Papoulia, Aris Servetalis, Ariane Labed
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