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Geschrieben von Martin Schwarz
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Nachhilfestunde – Start am 21.06.„Immer wenn ich Wagner höre, habe ich das Bedürfnis, Polen zu überfallen“, hat Woody Allen einmal gesagt. Und im Grunde geht es um genau das in diesem kurzweiligen Feature der BBC.
Denn Stephen Fry, Schauspieler, Schriftsteller und in seiner dandyhaften Intelligenz so etwas wie die Reinkarnation Oscar Wildes, treibt genau dieser Zwiespalt um. Denn Fry ist
Jude und zugleich auch Riesenfan von Richard Wagner. Jener Komponist also, der
von Hitler verehrt wurde. Jener Verfasser unglaublich komplexer Musik, der sich
erwiesenermaßen antisemitisch geäußert hat.
Im Jahr 2009
begibt sich Fry erstmals auf eine Reise nach Bayreuth, wo seit 1876 alljährlich
die Musik von Richard Wagner in einem eigens für seine Opern errichteten
Theater gefeiert wird. Fry blickt hinter die Kulissen der Musikproben, er
spricht mit Wagnerexperten, er trifft eine seiner Urenkelinnen. Und er fragt:
Wie kann es sein, das so etwas unvorstellbar Böses wie der Nationalsozialismus
und etwas so Schönes – in Frys Ohren – wie die Musik Wagners in direktem
Zusammenhang steht?
Frys Begeisterung
für Wagner animiert manchen Zuschauer, sich doch einmal mit dem „Ring der
Nibelungen“ zu beschäftigen. Seine Reise durch die Welt des Komponisten ist
lehrreich und mit einigen Bonmots von Fry gewürzt. Trotzdem hätte man sich an
der einen oder anderen Stelle mehr Analyse und weniger Fan-Begeisterung
gewünscht. Dennoch erzählt dieser britische Film auch viel über unser Land.
GB 2010, 89
Min., R: Patrick McGrady
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