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Geschrieben von Tim Schäfer   

030_04_reisen_london.jpgEuropas Weltstadt Nr.1

»Hauptstadt Englands und des Vereinigten Königreiches Großbritannien« Das alleine lässt den bundesrepublikanischen Besucher schon in Ehrfurcht erstarren, und so sollte man es sich auch nicht entgehen lassen, sich neben seiner hedonistisch ausgeprägten Shoppingsucht auch einmal in Demut der kulturellen Historie dieser wahren europäischen Weltmetropole hinzugeben.

Als Startpunkt bietet sich, direkt von der Oxford Street, der Shoppingmeile schlechthin und als Kate Moss’sche Topshopwelt Ziel vieler junger London-Touristen, die Möglichkeit, in den städtischen Hyde Park zu gelangen. Eine riesige Entspannungsfläche inmitten des hektischen Großstadttreibens, vergleichbar mit dem New Yorker Central Park. Begegnungen mit engagierten Fußball- und Rugby-Freizeitteams lassen die Gedanken an die eigene brachliegende Sportlerkarriere aufkommen, um sich anschließend in der Speaker’s Corner die persönlichen politischen Ambitionen in Gedächtnis zu rufen.

Die Ecke der Rede wartet mit skurrilen Gestalten und deren religiösen Allmachtsphantasien ebenso auf wie mit tagespolitischen Themen, und man darf sich hier nach bestem Wissen und Gewissen beteiligen. Nur über die Königin darf nicht geredet werden. Das verbieten die Schilder. Ein buntes Treiben, das so ganz anders ist, als man es in Deutschland kennt. Um aber den sensiblen Schöngeist nicht mit zuviel britischer Redefreiheit zu überfordern, sollte man weiter gen Südosten schlendern. Vorbei an den Weltkriegsmahnmalen, entlang der Prinzessin-Diana-Gedächtnisstraße zum Buckingham Palace, der in seiner Schlichtheit nicht sonderlich glamourös zu wirken scheint. Ist der Union Jack gehisst, darf man sich gewiss sein, dass die königliche Familie bereit ist, uns zu empfangen.

Aber keine Zeit. Weiter zieht es uns Richtung Trafalgar Square, Big Ben, Westminster Abbey… und spätestens jetzt sollte aufgefallen sein, dass es einfach nicht zu schaffen ist, London innerhalb von ein paar Tagen kulturell zu erleben. Dafür bietet die Stadt an der Themse einfach zuviel. Aber man hat es versucht. Das ist es, was zählt. Jetzt kann man sich mit ruhigem Gewissen wieder Programmpunkt eins widmen - dem Shopping!

[030]-Tipp

Den Markt in Camden, Barometer der aktuellen und kommenden Modetrends, sollte man am Wochenende meiden. Menschenmassen und kein Vorankommen. Montags ist er dafür menschenleer und man kann in Ruhe schauen, wo die Preise am besten sind.

 
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