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[030] Party 2012: Interview mit Moguai PDF Drucken E-Mail
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Geschrieben von Stefan Guther   

MoguaiTechno und Emotionen

Zwischen seinen DJ-Touren in Asien, Indien und Nordamerika gastiert Moguai bei der [030] Geburtstagsparty. Die erste Platte von André Tegeler alias Moguai erschien vor 18 Jahren. Inzwischen ist er einer der erfolgreichsten DJs weltweit
und hat vom Ruhrpott aus die elektronische Musik in Deutschland mitgeprägt. In Berlin bewegte Moguai die Massen zuletzt beim »Summer Rave«.

Wann warst du das erste Mal raven in Berlin?

Das muss die Mayday 1994 gewesen sein. Ich bin mit der Cosmic Club Crew, das sind heute die Leute von Elevator, in einem Bus voller Raver aus Münster angereist. Am Abend zuvor hatte ich dort eine Mayday warm-up Party mit Roland Casper gespielt. Die ging bis morgens um 6 Uhr. Von dort fuhren wir direkt in die Halle in Weißensee. Als wir ankamen, ging’s sofort los. Außerdem sind wir damals öfter an einem Freitagmittag aus dem Ruhrgebiet einfach mal so ein Wochenende nach Berlin gefahren, um im Walfisch, WMF oder E Werk zu feiern.

Wie bist du zu Techno gekommen?

Zuerst hörte ich vor allem Punk, weil ich damals sehr viel geskatet bin und auf Contests bei Halfpipe Runs immer die Musik lief. Ausgegangen bin ich meistens in Düsseldorf – im Ratinger Hof. Irgendwann in einer Sonntagnacht haben die dort Tekknozid Partys veranstaltet. Ich sah den DJ in Camouflage auflegen, sah das bunt gemischte Publikum total abgehen und dachte nur: Das ist mein Ding. Da ich schon immer in einer Band spielen wollte, wurden aus der Gitarre zwei Technics MK2. Im Techno fand ich die gleiche Energie wie vorher im Punk. So fing für mich alles an.

Was hast du von damals bis heute mitgenommen?

Dass es als DJ darum geht, musikalische Geschichten zu erzählen und eine Verbindung zu dir und dem Publikum zu schaffen. Diese Art von DJing begleitet mich von Anfang an.
Ich sehe das wie ein Gespräch, das gut, aber auch schlecht sein kann. Wichtig ist doch, dass dein Gegenüber dir folgen kann. Bei den meisten Upcoming-DJs geht es nur darum, einen Track nach dem anderen zu spielen und nicht unbedingt um musikalische Geschichten, die aus verschiedenen Genres bestehen und durch das Spielen zu einem Ganzen werden. Ich habe mich noch nie auf eine Richtung festlegen können, weil mir einfach zu viel verschiedene Musik gefällt. Mir geht es um Emotionen. Spüre ich sie, spürt das auch das Publikum und die Ebene ist da.

Neben deinem Zuhause im Ruhrgebiet hast du seit Anfang des Jahres auch eine Wohnung in Berlin. Was schätzt du am Berliner Nachtleben?

Für mich ist Berlin immer noch ein Techno-Abenteuerland. Der Sound passt zu der Stadt wie fast zu keiner anderen. Von der Clublandschaft her kenne ich keine Stadt, die so vielseitig ist und so mega coole Locations hat. Berlin hat für mich an seiner Magie nichts verloren. Trotzdem bin ich immer noch ein Kind des Ruhrgebiets und das wird auch so bleiben. Ich mag die Mischung aus Ruhrgebiet und Berlin – für mich eine perfekte Mischung.

Was geht ab bei deinem DJ-Set zur [030] Geburtstagsparty?

Na, dass wir eine gute Zeit zusammen haben und dass der 18. so richtig gefeiert wird! Ich spiele ein Set aus Live und DJing, viele meiner Tracks in neuen Edits, aber auch Musik von anderen Acts. Getreu meinem Motto: Emotional, Vintage, Techno, Electro, Punkrock.

Das Interview führte Stefan Guther

Di 02.10. [030] Party 2012 – Endlich 18! mit 30 DJs & Acts auf zehn Floors ab 22 Uhr in der Kulturbrauerei
Alle Infos gibt es hier.



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