|
[030] Party 2012: DJ Westbam im Interview |
|
|
|
|
Geschrieben von Friedrich Reip
|
Von Techno bis Turbo-VolkWer wie das [030] Magazin Berlin 18 Jahre lang im Berliner Nachtleben am
Start ist, braucht treue Weggefährten. Maximilian Lenz alias Westbam
ist so einer: Seit den Achtzigern an der Spree, 1991 Initiator der
allerersten Mayday, seit eh und je Hansdampf in allen Gassen. Ein
Gespräch über das Nachtleben in der Hauptstadt ...
Du lebst seit über 30 Jahren in Berlin – was ist im Berliner Nachtleben immer noch genau wie damals?Ich finde es sehr angenehm, dass sich Berlin eigentlich immer verändert. Natürlich mit einer eine Konstante: Es sind keine großen Budgets da, es gibt eine relativ große Posse von Leuten, die viel Freizeit haben, gern lang ausgehen, immer mal was Neues geboten bekommen und wenig dafür zahlen wollen. Man geht also in irgend so ein Loch, legt ein Brett hin als Theke, stellt eine Anlage in die Ecke, und dann geht’s auch schon los.
Im Gegenzug: Was hat sich verändert?In den letzten Jahren haben sich Disco-Schlachtschiffe wie Berghain oder Watergate etabliert: Da sind die Leute vor Jahren hingegangen und werden es auch in Jahren noch tun. Diese Clubs haben zwar durchaus noch den Look und auch ein bisschen das Feeling von Berlin, aber die Hintergründe sehen viel professioneller aus als früher. Das Ganze ist heutzutage oft auch eine gutbürgerliche und recht gut geölte Maschine. Und noch etwas ist anders: Früher wurden internationale DJs eingeflogen und spielten für ein Berliner Publikum – heute leben bestimmt zehntausend DJs in Berlin und das Publikum wird eingeflogen. Die Szene ist enorm gewachsen.
Das interessiert auch die Gema – welche Auswirkungen wird deren neues Tarifsystem fürs Nachtleben in Berlin mit sich bringen?Ich denke, die Leute sind da etwas übernervös. Da kommt die Gema und schafft das Nachtleben ab? Quark.
Der Protest in der Gesellschaft ist groß ...Ich bin mir sicher, dass es zu einer vernünftigen Einigung kommen wird. Gerade die Zeiten, wo alle das Gefühl haben, Musik sei etwas ganz Freies, sind für Musiker hart. Die möchten halt auch von dem, was sie machen, leben können. Deswegen ist eine maßvolle Tariferhöhung sinnvoll. Im nächsten Schritt muss die Gema dafür sorgen, dass dieses Geld auch bei den Produzenten für elektronische Musik ankommt. Das ist ein Prozess, der jetzt angestoßen wurde. Die technischen Voraussetzungen sind längst dazu da.
Du trittst normalerweise nicht an einem Ort wie der Kulturbrauerei auf. Wenn du spontan an einem Freitag in der Alten Kantine bei »Kantine Deluxe« einspringen müsstest – was würdest du auflegen?Ach, wenn ich das Gefühl habe, jemand in der Crowd ist open-minded, dann bin ich es auch. Im Dub-Laden auf Jamaika könnte ich ebenso gut auflegen wie im Oktoberfestzelt, in einer Disco in New York oder einem Techno-Schuppen in Berlin – ich habe immer denselben Anspruch: Weder stumpf und autistisch mein Programm abzuspulen, noch mich einem Style einer Location zu unterwerfen und die Leute mit dem abzufrühstücken, was sie erwarten. Die Kunst des DJings, wie ich sie verstehe, ist die Interaktion mit dem Publikum und die Kunst zu überraschen. Im Oktoberfest würde ich vielleicht»Ein Prosit der Gemütlichkeit« mit den Bloody Beetroots zu einem neuen Style namens TurboVolk zusammenmixen und für die Kantine würde mir bestimmt auch noch was einfallen.
Der Tag nach der Party ist der 3. Oktober – welche persönlichen Erinnerungen verbindest du mit Mauerfall und Wiedervereinigung?Wir hatten drei Fernseher nebeneinander aufgestellt und verfolgten die Entwicklungen auf verschiedenen Kanälen. Am Schluss waren wir am Brandenburger Tor, sind per Räuberleiter auf die Mauer geklettert. Auch wenn Musik in dem Moment äußerst nebensächlich war: Das war die beste Party meines Lebens!
Du arbeitest derzeit an einem neuen Album – was erwartet uns?Es geht mir diesmal ganz besonders um die Vocals. Wir haben krass viele verschiedene Stimmen, etwa Iggy Pop, Bernard Sumner von New Order, Brian Molko von Placebo, Lil Wayne und Kanye West. Meine Idee ist, ein möglichst weltumspannendes, vielstimmiges Album zu machen, das zu einer großen Hommage an die Nacht und an das Nachtleben wird.
Das Interview führte Friedrich Reip
Di 02.10. »[030] Party 2012 – Endlich 18!« mit 30 DJs & Acts auf zehn Floors ab 22 Uhr in der Kulturbrauerei
Alle Infos gibt es hier.
| Tickets 10 Euro zzgl. Gebühren im Vorverkauf |
| Per Post und Print@Home über www.ticketmaster.de, Telefon 01805 969 0000 (0,14 €/Min je Anruf aus dt. Festnetz/max. 0,42 €/Min je Anruf aus dt. Mobilfunknetz) und Theaterkassen
|
| |
| |
|
La Osnabrück
Ist doch schön zu hören, dass die Stadt solche Superspießer automatisch absch...
You 2013 *Mit Gewinnspiel*
wann ist einsendeschluss?
Vol. 808: Pankow Berlin City
Mc Toumes Style der LabelBozz von Endprodaction Records Widmet Pankow Berlin ...
Berlin Tag & Nacht
Servus Leute,würde gerne bei euch als Darsteller mitmachen. Da ihr mein Namen...