|
Schmetterling und Taucherglocke |
|
|
|
|
Geschrieben von Dirk Lüneberg
|
Start: 27.03.E, S, A, R... so fängt es an, das Alphabet der Sprachlosen. Sortiert sind die Buchstaben dabei nach ihrer durchschnittlichen Häufigkeit, in der sie im allgemeinen Sprachgebrauch auftreten. Und wie ein Mantra werden sie auch in diesem Film wieder und wieder heruntergebetet werden.
Denn die Hauptfigur, Jean-Dominique Bauby (Mathieu Amalric), ist nach
einem Autounfall fast komplett gelähmt. Nur ein Zwinkern mit den
Augenlidern ist ihm noch möglich. Um trotzdem Wörter und - in einem
noch größeren Kraftakt - auch ganze Sätze formen zu können, bedeutet
ein Lidschlag des Kranken ein Stopp an der jeweiligen Stelle des
aufgesagten Häufigkeit-Alphabets.
Einst war Bauby als Chefredakteur der französischen Elle eine
schillernde Figur in der Welt der Mode und des Glamours. Nun ist er an
ein Krankenhausbett gefesselt und kann sich nicht bewegen. Ein
Schicksal, das nicht dem Geist eines latent sadistisch veranlagten
Drehbuchautors entsprungen ist, sondern das des echten Jean-Dominique
Bauby widerspiegelt, der im richtigen Leben ebenfalls Chefredakteur der
Elle war. Im Alter von 42 Jahren traf ihn der schwere Schlag der
kompletten Körperlähmung, die ihn wie in einer Taucherglocke gefangen
hielt. Nicht davon betroffen war jedoch sein Geist. Der flog leicht und
unbeschwert wie ein Schmetterling durch imaginäre Gedankenwelten und
klapperte in seinem Flug die einzelnen Erinnerungsstationen der
Vergangenheit ab, als würde er von Blume zu Blume springen. Daraus
schöpfte Bauby seinen Überlebenswillen und diktierte mit der mühsamen
Augenzwinker-Methode sogar seine Memoiren.
Auf der Basis dieses Buchs hat Regisseur Julian Schnabel, auch als
Maler und notorischer Pyjama-Träger bekannt, einen Film gedreht, der
jetzt schon zu den Besten dieses Jahrgangs zählt. Dabei setzt Schnabel
auch mit der Kamera Baubys subjektive Perspektive um: Anfangs liegt das
Objektiv noch unbeweglich auf dem Krankenbett, immer denselben
Bildausschnitt zeigend. Doch wenn sich Baubys Gedanken erst einmal
gelöst haben von seinem ans Bett gefesselten Körper, schwingt sich auch
die Kamera auf und fliegt über die Erinnerungslandschaften einer
verklärten Vergangenheit. Das Ergebnis ist ein ebenso melancholischer
wie Mut machender, farbenfroher wie krankenhausgrauer und
erinnerungsfreudiger wie depressiver, in jedem Fall ergreifender Film
über die Stärke des menschlichen Geistes, der in der Lage ist, sich
weit über die manchmal traurige Existenz seines Körpers zu erheben.
Start: 27.03.
Schmetterling und Taucherglocke (Le Scaphandre et le Papillon), 112
Min., R: Julian Schnabel, D: Mathieu Amalric, Emmanuelle Seigner,
Marie-Jose Croze
Im Porgramm
|
Happy Birthday, Mientus!
Vielen Dank für die Wünsche! m
Charity für Prominente
Wrestling?
Deine dumpfe Ausdrucksweise lässt darauf schliessen, daß Du offensichtlich zu...
Wrestling?
Dein Artikel ist scheisse