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Geschrieben von Dirk Lüneberg
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Start: 03.07.Wenn jemand eigentlich Pauline heißt, am liebsten aber von allen Poppy genannt werden möchte, sagt dies bereits eine ganze Menge über die Persönlichkeit aus. So passiert es im neuen Film des britischen Regisseurs Mike Leigh, der wie kein zweiter die Kunst beherrscht, anspruchsvolle Unterhaltung vor ernsthaften Hintergründen zu drehen, die bevölkert werden von so lebensechten Figuren, die wirken, als seien sie mal eben von der Straße direkt vor die Kamera gezerrt worden.
Aber natürlich kommt dieser vermeintliche Realismus nicht von ungefähr:
Leigh gilt als wahrer Meister der Schauspielführung und verfügt dazu
über ein goldenes Händchen, wenn es um die Besetzung seiner Filme geht.
Genau dies hat er mit Werken wie »Lügen und Geheimnisse« oder »Vera
Drake« bereits mehr als einmal unter Beweis gestellt. Im aktuellen Fall
heißt seine Schauspielentdeckung Sally Hawkins. Was so wiederum auch
nicht ganz stimmt, denn sein Kollege Woody Allen war da bereits einen
Tick schneller und hat Hawkins in einer größeren Nebenrolle in
»Cassandras Traum« besetzt.
Aber egal, ob bei Allen oder Leigh: Sally
Hawkins liefert in beiden Filmen eine hundertprozentig authentische und
absolut sehenswerte Leistung ab. Bei Leigh ist sie die eingangs
erwähnte Poppy als Fleisch gewordener Wonneproppen, die so poppig
gekleidet und lebensfroh ist, wie es ihr Name bereits andeutet. Die
ewig plappernde und latent überdrehte Frohnatur, die sich noch nicht
einmal vom Diebstahl ihres Fahrrades die gute Laune verderben lässt,
arbeitet als Grundschullehrerin. Und so strahlt ein bisschen ihres
sonnigen Gemüts auch auf ihre Schüler ab. Und nicht nur auf die: Auch
mit ihrer Mitbewohnerin Zoe (Alexis Zegerman) und ihrer jüngeren
Schwester Suzy (Kate O’Flynn) versteht sich Poppy prächtig, vor allem,
wenn die Mädels nachts gemeinsam um die Häuser ziehen. Als sie jedoch
beschließt, endlich ihren Führerschein zu machen, dabei auf den
Fahrlehrer Scott (Eddie Marsan) trifft und der sich als ein Misanthrop
und Spießer vor dem Herrn entpuppt, der auch mal die Grenze zum
Rassisten überschreitet, wird die unbeschwerte Toleranz der
Mittdreißigerin auf eine harte Probe gestellt.
Dies alles und natürlich
auch Poppys Suche nach dem richtigen Kerl erzählt Leigh sommerlich
heiter in einem fröhlichen und mit ein wenig verklärender
Sozialromantik angereicherten Tonfall, mit dem auch seine
Hauptdarstellerin durch ihr Leben gleitet.
Großbritannien 2008, 118 Min., R: Mike Leigh, D: Sally Hawkins, Eddie
Marsan, Alexis Zegerman, Samuel Roukin, Andrea Riseborough, Kate O’Flynn
PROGRAMM
Sally Hawkins hat einen Golden Globe 2009 als beste Hauptdarstellerin in einem Musical oder Comedy erhalten.
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Hallo Otoman, du hast recht. Das Video "Nichts zu verlieren" hat um d...
Puls
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Das geht da ab! **youtube.com/watch?v=RA1dbxjcB44