| Fashion Week |
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| Geschrieben von Marcello | ||||||||||||||
Seite 1 von 5 Jede Woche ist in Berlin »Fashion Week«. Straßen und U-Bahnhöfe sind ein einziger Laufsteg. Millionen »Models« zeigen täglich »Berliner Modegeschmack«. Mode im Kiez ist entspannte Eleganz im Alltag!
Der Hauptstädter ist ein Statement für die Leichtigkeit des Seins:Freizeit-Outfits schlurfen locker über den Asphalt. Harte Müffelmänner und elfenzarte Pilgerinnen in allen Größen beweisen modischen Mut: Ihr sportliches Farbspiel bringt heitere Abwechslung in triste Hinterhöfe. Vorher gut beraten im Design-Atelier »Kick-Couture«, klaut Mutti danach bei Zeeman. Flotte Accessoires aus zweiter Hand? Wir mixen, wie es gefällt! In der anderen Hand baumelt die Bierflasche. B(i)erlin steht für Persönlichkeit. Berühmtestes Beispiel: Unser Bundesbroiler! Modebotschafterin Merkel ist weltweit zum Vorbild geworden. Selbstbewusst trägt sie Jacke »Plaste-Knopp« in poppigem Pastellspiel. Fashion-Victims reißen sich um das kreative Kanzlerinnen-Sakko in 365 Farbtönen. Der Trick ihrer Berliner Designerin: Vorzüge kaschieren, Nachteile betonen. Mit Stil habe das wenig zu tun, mäkelt Modezar Karl Lagerfeld. Im Interview beim Elle Fashion-Star stellte er fest: »International hat Berlin als Modemetropole keine Bedeutung!« Wozu also eine Fashion-Week? Um diese schwierige Frage zu beantworten, begab ich mich auf Wanderschaft durch die glitzernde Hinterwelt der Fashion-Partys. Nach 60 Stunden Recherche, zehn Stangen Zigaretten und einer Industrie-Palette Schampus blieb die ernüchternde Erkenntnis: Die »Fashion-Week« ist zur Sexbörse mutiert. Körper statt Klamotten! Porno-Katalog ist der Catwalk. Nach entsprechender Auswahl: Ausziehen statt anziehen! Arm aber sexy: Studenten zum Anfassen. Spätestens zu den Aftershow-Partys rappelte es in den Backstage-Klos. Models nutzen diese »Privat-Castings« für kostenlose Luxusreisen. Nach der Michalsky-Show z. B. bot sich unter gegenseitigem Nutzen eine adlige Society»Lady« dem jungen Dressman Aaron an. Der Popper nahm an und kostete den Bismark-Hering. Dafür gab's ein Katerfrühstück am Meer. Natürlich lief auch Eva Padberg nackt durch die Garderobe. »Sex and the City« ging‘s weiter: Wolfgang Joop gratulierte Tschibo-Designer Michalsky zur gelungenen Kollektion, indem er ihm kollegial den Schritt schüttelte. Andere machten zur Joop! Jeans Party den Szene-Club Berghain zum Rödelheim. Magic-Toilet: Ich hörte zwei Personen lüstern juchzen, sah durch den Türschlitz aber nur zwei Füße? Hatte die andere Person ihre Beine um den Aktiven geschlungen? Die Fashion Week ist also die Chance, in der Traumwelt der Reichen und Schönen herumgereicht zu werden. Mode ist auf diesem Rammelplatz eher nebensächlich. Unabhängig von einer Woche »Modemesse« haben unsere »Fashion Streets« das ganze Jahr Saison. Auf unseren Straßen wird knallhart durchkombiniert. Echter »Berlin-Schick« kennt keinen Firlefanz! Mode in Berlin...
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