| Der Urlaubshasser |
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| Geschrieben von Jürgen Laarmann | ||||||||
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Für manchen ist der Urlaub die begehrteste Zeit des Jahres, viele fiebern ja regelrecht auf ihre Auszeit hin. Nicht so Kollege R., der die These in den Raum stellt, dass jeder, der sich auf seinen Urlaub freut, zumindest leicht psychisch gestört ist, ...
»da in seinem normalen Leben ja was nicht ganz stimmen kann, wenn man sich so sehr auf den Urlaub freut« und sich über jede Algenpest oder jeden Lufthansabodenpersonal-Streik diebisch freut und versucht, jedem seinen Urlaub mal so richtig madig zu machen. Zu jedem Reiseziel hat er einen passenden Spruch parat. London? »Also, dass ein Bier acht Euro kostet, das muss ich nicht live miterleben, da langt mir die Vorstellung.« New York? »Is superprolo, nur für Kleingeister, die sich eine Levis für dreifuffzich weniger ergattern und dann stundenlang die Daheimgebliebenen damit nerven, wie günstig doch der Euro-Dollar-Wechselkurs ist.« Rom? »Es gibt genug gute Italiener hier in Berlin. Und heiß genug isses hier auch. Und seit es das Internet gibt, kann ich mir, wenn ich denn wollte, jede beliebige Sehenswürdigkeit Tag und Nacht angucken - und zwar ohne Schlange zu stehen und dem ganzen Tourinepp zu begegnen.« Auch Strandziele im Süden kommen ihm nicht in den Sinn. Mallorca? »Diesen Imageschaden möchte ich mir nicht zufügen. Man bedenke, wenn ich mir in Berlin im Club zwei Flaschen Wodka reinziehe, geht das als extrem undergroundiges cooles Ausgehen durch – gewissermaßen als Urlaub von mir selbst. Auf Malle ist dasselbe ein Dumpfbacken-Desaster...« Wenn man Berge auch nur erwähnt, fallen R. natürlich sofort in Gletscherspalten erfrorene K2-Bergsteiger ein, die durch sein Steuergeld gerettet werden müssen, das Argument, dass es in der Schweiz weit harmloser zugehen könnte, zählt nicht. Exotischere Reiseziele werden natürlich ebenso pauschal abgelehnt, mit Hinweisen auf Islamismusbedrohung und Bürgerkriegsgefahr. Ich unterstellte R., dass seine Ablehnung des Urlaubs an sich mit seiner notorischen Bargeldlosigkeit zu tun habe und warf in den Raum, »gerade mal kein Geld zu haben, ist natürlich einer der unschönsten Gründe, mal gerade keinen Urlaub machen zu können«. R. pflichtete bei: »Das sind dann diejenigen, die einem erzählen, wie wunderschön doch die Badeseen in Brandenburg seien – das ist nun vollkommen erbärmlich« und erklärte dann, dass er hier in Berlin an einem Ort wohne, zu dem andere tausende Kilometer reisen würden, um hier Urlaub zu machen und dass es doch angesichts dieser Tatsache grotesk wäre, sich überhaupt einmal aus der Stadt raus zu bewegen. Und wie ein kleiner König sagte er gönnerisch: »Wir Berliner lassen gewissermaßen Urlaub machen. Und wenn wir uns mal aus der Stadt bewegen, dann nur, um uns selbst zu beweisen, dass es überall nicht so schön wie bei uns. Soweit so gut; und dann bekam ich auf einmal einen Anruf, bei dem mich ein alter Bekannter auf »vier Tage Mallorca at its best« einlud. Ich solle mich beeilen, der Flieger würde schon morgen früh gehen. Alles dazu in der nächsten Kolumne.
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Vielleicht sollte man dazu die alten Stadtmauern wieder errichten und an den ...
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Hallo Otoman, du hast recht. Das Video "Nichts zu verlieren" hat um d...
Puls
auf youtube sind doch gar keine 300.000 klicks sondern ein bisschen über 73.0...
Yo! Remember the 90s!
Das geht da ab! **youtube.com/watch?v=RA1dbxjcB44