| Rotten Malle Vol. 1 |
|
|
|
| Geschrieben von Jürgen Laarmann | ||||||||
|
Genau in dem Moment, in dem ich mich damit abgefunden hatte, dass es dieses Jahr keinen Urlaub geben würde, erhielt ich also den Anruf eines Bekannten, ob ich nicht Lust hätte, mit ihm vier Tage nach Mallorca zu fahren.
Ein Kumpel von ihm sei abgesprungen, er habe die Flugtickets für mich
und wohnen würden wir bei seinem guten Freund »Charlie«, einer echten
Inselgröße mit einem tollen Anwesen und super Connections; und es würde
natürlich ganz toll, ich müsste aber schon morgen früh um vier Uhr am
Flughafen sein. Mallorca ist nicht wirklich mein Fall, vier Uhr morgens noch weniger, aber was soll‘s. Dem geschenkten Gaul schaut man nicht ins Maul. Um ehrlich zu sein, kenne ich Mallorca vor allen Dingen aus RTL, wo dann - wenn es mal gerade nicht Jürgen Drews und Konsorten zu sehen gibt - ständig langweilige Geschichten von irgendwelchen Maklern gezeigt werden, die traumhafte Anwesen verhökern wollen. Oder Stories von irgendwelchen Deutschen, die es dort wahlweise gepackt haben (mit ihrer eigenen Brötchenbäckerei) oder auch nicht (Pleiterentner, die als Flascheneinsammler am Existenzminimum vegetieren und so). Doch kein Klischee ist so hart wie die Realität. Morgens am Flughafen erwartete mich neben meinem Freund mit einem Ticket auf den Namen »Carsten Müller« eine Feuerwehrbrigade, welche die Nacht durchgezecht hatte, bereits schwer auf »Humbahumbatäteräää« war und vom Check-in bis zum Gepäckband in Palma alle schlimmen Vorurteile übertraf, die man sich nur denken konnte. Immerhin kümmerte sich in deren Umfeld keiner mehr um den falschen Namen auf dem Ticket. Am Flughafen in Palma wartete in seinem schwarzen, total verdreckten Subaru Jeep Charlie, ein Altrocker-Typ mit sich lichtendem Langhaar und Kopftuch, von dem man auf den ersten Blick noch nicht sagen konnte, ob er’s auf Mallorca gepackt hatte oder auch nicht. In jedem Fall ließ er uns wissen, dürfe er nicht mehr nach Deutschland zurück wegen so ‘ner alten Geschichte. In Ostdeutschland nach der Wende hätte er Geld-Spielautomaten aufgestellt, bei denen man leider nix gewinnen konnte, und ebenso leider sei das für ihn auch nur eine Weile gutgegangen, weswegen er dann mit dem Gewinn nach Malle gezogen sei, denn hier würde man ihm wegen so einem Pillepalle nicht nachstellen. »Schön«, dachte ich mir, »wenn man die kriminelle Karriere eines Menschen bereits von ihm selbst in den ersten fünf Minuten des Kennenlernens erfährt«. Vielleicht war Charlie aber auch nur so redselig, weil er auch am frühen Morgen schon ziemlich angeknallt war, »ein bisschen Rotwein zum Frühstück kann wirklich nichts schaden« unkte er und raste mit einer irren Geschwindigkeit über die nicht ausgebaute Landstrasse zu seinem »Anwesen«. Schöner wurde die Situation auch nicht dadurch, dass er die CD vom unsäglichen Telekom-Schweinchen-Dick Paul Potts einschmiss und mit lautem Hals ohne das mindeste Talent »Nessun Dorma« mitkrakeelte. Worauf hatte ich mich hier eingelassen... Fortsetzung folgt...
Powered by !JoomlaComment 3.26
3.26 Copyright (C) 2008 Compojoom.com / Copyright (C) 2007 Alain Georgette / Copyright (C) 2006 Frantisek Hliva. All rights reserved." |
||||||||
| < Zurück | Weiter > |
|---|








Piraterie löst alle Probleme
Vielleicht sollte man dazu die alten Stadtmauern wieder errichten und an den ...
Puls
Hallo Otoman, du hast recht. Das Video "Nichts zu verlieren" hat um d...
Puls
auf youtube sind doch gar keine 300.000 klicks sondern ein bisschen über 73.0...
Yo! Remember the 90s!
Das geht da ab! **youtube.com/watch?v=RA1dbxjcB44