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Geschrieben von Jürgen Laarmann
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Manchmal sollte man einem geschenkten Gaul doch ins Maul schauen. Oder sich keinen Gaul schenken lassen, wenn dieser Karies und Tollwut hat. Abenteuerlust wird nicht immer belohnt -– mein geschenkter, superkostenloser Mallorcaurlaub hatte sich zu einem handfesten Desaster entwickelt, auch in finanzieller Hinsicht.
Nachdem unser Gastgeber Altrocker Charlie in rotzbesoffenem Zustand mit
seinem abgesägten Gewehr in seiner einsamen Finca wild in der Gegend
rumgeballert hatte, dabei ständig rumschrie »ist doch nur Spaß,
Caramba!« und diverse Einrichtungsgegenstände zu Bruch gingen und
genauso »aus Spaß« die Waffe in meine Richtung hielt, war meine Lust
auf unkonventionellen Urlaub am Ende. Mein Kumpel, der mir diese
Traumreise geschenkt hatte, versuchte mich zu beschwichtigen mit »Der
Charlie, der ist halt so, ist halt ein abgefahrener Typ«. Ich hatte auf
das Szenario jedenfalls so dermaßen keine Lust mehr, dass ich meinen
Kram zusammenpackte, volle zwei Stunden durch die Pampa latschte - und
es erschien mir wie ein Geschenk Gottes, als ich tatsächlich auf
offener Landstrasse ein Taxi entdeckte, dass mich direkt zum Flughafen
beförderte. Ich besorgte mir ein einzelnes Rückflugticket, was teuer
genug war, dass man sich dafür auch noch eine Woche Erholungsurlaub
hätte leisten können, was mich dermaßen deprimierte, dass ich den Rest
meines Geldes in der Flughafenbar bis zum Abflug anlegte. Kurz vor
demselben lief mir auch noch wie ein böser Geist Jürgen Drews mit einem
RTL2-Kamerateam über den Weg – ich war komplett bedient. Habe forever
die Schnauze voll von Mallorca und war später heilfroh, wieder zurück
in Deutschland zu sein, allerdings ganz schön pleite und das schon zur
Monatsmitte.
Pleite sein hat ja nur selten Vorteile. »Allerdings«, so mein
WG-Mitbewohner, »verleiht einem der Zustand eine gewisse Gelassenheit
angesichts der internationalen Finanzkrise«. Er fuhr fort: »Als
Berliner kann man sich mal wieder geradezu avantgardistisch fühlen,
denn wir sind schon seit sehr langer Zeit sehr sehr pleite und nicht so
aufdringlich wie irgendwelche geschockten Neu-Pleitiers, wie zum
Beispiel die blöden Investmentbanker, die in New York mit ihren
Pappschachteln über die Strasse stolpern. Ich zum Beispiel habe gleich
jeden Monat drei Finanzkrisen und so einige Erfahrung im Handling
damit. Ab jedem 20. gibt‘s bei mir eine Schein-Deflation, wie ich den
Zustand nenne, wenn sich kein einziger Geldschein in meiner Tasche
befindet und das Leben ›ziemlich Hartgeld‹ wird. Ab dem 25. gibt’s dann
meist erhebliche Turbulenzen am Silbermarkt, wenn im Hartgeld-Depot
keine Ein und Zwei-Euromünzen mehr sind und es zu würdelosen
Kleineinkäufen mit Händen voller Centgroschen kommt. Und ab dem 28. ist
es dann meistens ganz aus: Der Weltwährungsfond muss eingreifen und
alle Pfandflaschen des Monats zurücknehmen.«
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Piraterie löst alle Probleme
Vielleicht sollte man dazu die alten Stadtmauern wieder errichten und an den ...
Puls
Hallo Otoman, du hast recht. Das Video "Nichts zu verlieren" hat um d...
Puls
auf youtube sind doch gar keine 300.000 klicks sondern ein bisschen über 73.0...
Yo! Remember the 90s!
Das geht da ab! **youtube.com/watch?v=RA1dbxjcB44