| Panik in der Bank |
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| Geschrieben von Jürgen Laarmann | ||||||||
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Die Börsen-, Finanz- und Bankenkrise: Auch wenn man mit dem Scheiß nichts zu tun hat, ist es unmöglich, sich ihr zu entziehen.
Mein ostdeutscher WG-Mitbewohner ist zum n-tv- und N24-Finanzkrisenfan geworden und »macht mit«, indem er rund um die Uhr alle Börsenmeldungen einsaugt, ohne selber über Kapital geschweige denn Anlagen zu verfügen.
»Du durftest dir damals den Zusammenbruch von unserem DDR-Wirtschaftssystem angucken und jetzt schau’n wir mal, wie sich der Kapitalismus in der Krise schlägt«, sagte er offenbar nicht ganz unparteiisch. Lautstark schallt mehrmals am Tag Peter Lichts Hymne »Lied vom Ende des Kapitalismus« durch die Bude - und jedes Ereignis wird kommentiert und mit Verbesserungsvorschlägen versehen. Wenn die KfW gerade 350 Millionen »auf Knopfdruck« an die Pleitebank Lehman Brothers überweist, wird gleich mal bemerkt, dass er das Geld sinnvoller verwendet hätte. »Ich hätte das Geld per Knopfdruck umgeleitet und an Union Berlin überwiesen, um davon Ronaldo, Robinho und Ronaldinho einzukaufen, denn die Hertha wird es auch dieses Jahr nicht bringen und das wäre ja mal was für die Chancengleichheit.« 15. Juni 1961: »Niemand hat die Absicht, eine Mauer zu errichten«4. Oktober 2008: »Die Spareinlagen sind sicher«Als aus unserer WG-Haushaltkasse ein Zwanni spurlos verschwunden war, wurde sofort darauf verwiesen: »Ein Glück, dass wir nicht bei der Hypo Real Estate sind, da würden ja übers Wochenende schnell mal 15 Milliarden mehr fehlen und wir wären genauso ratlos. Andrerseits würde uns dann die Bundesregierung retten.« Und als Frau Merkel ankündigte, alle »Spareinlagen seien sicher«, verwies er drauf, dass sich das nicht nur vom Tonfall ungefähr genauso anhörte wie Walter Ulbrich anno 1961: »Niemand hat die Absicht, eine Mauer zu errichten.« Am Tag, als das erste Mal vom Staatsbankrott in Island die Rede war, lud er mich ein, ihn zu einer »kleinen Performance« in seine Bank zu begleiten. Why not? In der Filiale war ein ziemlicher Andrang, als mein Mitbewohner die Menschen vor ihm in der Schlange fragte, ob sie auch da seien, um all ihr Geld abzuholen, solange das noch ginge, mit dem Verweis: »Haben Sie’s nicht auf n-tv gesehen, es bricht alles zusammen.« An den Wänden der Bank war ein Tickerlaufband, das tatsächlich die fallenden Börsenkurse und die neuen DAX Tiefstände anzeigte. So gelang es ihm, eine kleine Hysterie in der Bank zu verursachen, die sich verstärkte, als er sich vordrängte und laut schrie: »Ich will sofort meine gesamten Einlagen zurück, Ihr Institut bricht ja gerade zusammen, mein Geld ist hier nicht sicher«. Auf einmal drängten sich alle Kunden vor und hätten auch gern ihr Geld abgehoben. Der jugendliche Bankmitarbeiter probierte zu beschwichtigen, dass alles Geld sicher sei. Doch mein Mitbewohner lederte los: »Ich glaub‘ Ihnen kein Wort, schon morgen stehen Sie selber auf der Straße und verkaufen Äpfel oder werden bestenfalls noch Tänzer bei Deichkind« und bestand auf Auszahlung: »Wenn ich nicht sofort mein Geld kriege, ist das ja der Beweis, dass Sie bereits jetzt bankrott sind.« Leider ging die Perfomance dann doch nicht ganz so glamourös aus: Der Filialleiter kam und zahlte meinem Mitbewohner die immense Summe von 70 Euro und 51 Cent aus - vor den Augen der wartenden Zuschauer.
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Hallo Otoman, du hast recht. Das Video "Nichts zu verlieren" hat um d...
Puls
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