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American Gangster PDF Drucken E-Mail
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Geschrieben von Dirk Lüneberg   
american_gangster.jpgZwei Männer, wie sie auf den ersten Blick gegensätzlicher kaum sein können: Schwarz ist die Hautfarbe des einen, weiß die des anderen. Beheimatet sind beide auf den verschiedenen Seiten des Gesetzes, was sie automatisch zu Gegnern bzw. zu Jäger und Gejagten werden lässt. Trotzdem gibt es etwas, das die zwei verbindet: Sie sind Männer mit Prinzipien. Und in ihren Prinzipien sind sie sich erstaunlich ähnlich. Regeln und eine innere Ordnung der Dinge sind es, die es zu respektieren und durchzusetzen gilt, was beide auch von ihren Mitarbeitern oder Untergebenen verlangen. Selbst um den Preis, sich damit in den Augen anderer lächerlich zu machen.
Für den Cop Richie Roberts (Russell Crowe) sind das die Buchstaben des Gesetzes. Und dazu gehört auch, dass man beschlagnahmtes Mafiageld brav in der Asservatenkammer abliefert, statt es selbst einzustecken (selbst wenn es sich um die stattliche Summe von knapp einer Million Dollar handelt und man den Spott der Kollegen noch gratis dazu bekommt). Prinzipientreue und Ehrlichkeit erwartet auch Frank Lucas (Denzel Washington) von seinen Mitarbeitern, die fast ausschließlich seine Brüder sind. Der Gentleman-Gangster hat es weit gebracht: Begonnen hatte er als Fahrer der New Yorker Unterweltlegende Bumby Johnson, um nach dessen Tod Ende der 1960er Jahre den Straßenverkauf von Heroin an sich zu reißen und dabei sogar die italienische Mafia alt aussehen zu lassen. Seine Methode ist ebenso simpel wie effektiv: Der Stoff wird ohne Zwischenhändler direkt aus Südostasien in den Särgen von in Vietnam gefallenen US-Soldaten ins Land geschmuggelt, dort nicht gestreckt, dafür in kleine blaue Tütchen verpackt, mit dem Namen „Blue Magic“ versehen und zum halben Preis als üblich verkauft. Schon hat man ein unverwechselbares Qualitätsprodukt als Marke etabliert, sich einen dankbaren Kundenkreis aufgebaut und die Konkurrenz Wasser saufen geschickt. Kein Wunder also, dass sich daraus im Laufe der Jahre ein boomendes, solides und kerngesundes Familienunternehmen entwickelt. Die klassische Vom-Tellerwäscher- zum-Millionär-Mär eben, mit dem kleinen (aber durchaus verzeihlichen) Schönheitsfehler, dass sie in der Illegalität spielt. Was wiederum die Polizei auf den Plan ruft, die mit dem neuen Drahtzieher im Drogengeschäft wenig anzufangen weiß. Erst als Präsident Nixon den Kampf gegen die Drogen zur nationalen Aufgabe erklärt, wird eine Sondereinheit unter der Leitung von Roberts gebildet. Doch der muss zuerst einmal den eigenen Saustall ausmisten, denn längst stehen die meisten New Yorker Cops auf der Gehaltsliste seines Gegenspielers.
Es ist überaus beruhigend, Ridley Scott nach Nichtigkeiten wie „Ein gutes Jahr“ oder „Königreich der Himmel“ mit diesem, auf wahren Personen und Begebenheiten beruhenden Gangster-Cop-Drama wieder voll auf der Höhe seines Könnens zu erleben. Dabei lässt der 70-jährige Regie-Routenier seinen beiden brillanten Hauptdarstellern immer wieder genug Zeit und Raum, damit diese ihr Talent ausführlich demonstrieren können, und führt sie erst zum finalen Dialogabtausch zusammen. Entstanden ist so ein in allen Belangen großartiges Gangster-Epos, das es locker mit Klassikern wie „The Untouchables“ oder „Goodfellas“ aufnehmen kann. Und genau so wünscht man sich schließlich großes Kino made in Hollywood!

Start: 15.11.

American Gangster, 157 Min., R: Ridley Scott, D: Denzel Washington, Russell Crowe, Chiwetel Ejiofor, Josh Brolin, Lymarie Nadal, Ted Levine, RZA



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