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Nach den Jahresrückblicken |
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Geschrieben von Jürgen Laarmann
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Während die Kinder auf den Weihnachtsmann und tolle Überraschungen warten, gibt’s für die Erwachsenen jedes Jahr extrem überraschungsfrei seit Ende November einen Jahresrückblick nach dem anderen. Sondersendung reiht sich an Sondersendung, Sonderheft an Sonderheft.
Der rumhopsende Gewichtheber, die ständig vom Reck abstürzende
Turnhoffnung. Sechslinge, schwarz-weiße Zwillinge. Chinesen. Chinesen.
Chinesen. Superchoreo bei den Zeremonien zu den Olympischen Spielen,
aber irgendwie zu perfekt und hinterher immer mit Melamin im
Milchpulver. Obama. Obama. Obama. Obama (erst gegen die hysterische
verbissene Olle und den uralten Mann gewonnen, um uns dann die
hysterische Olle schnell als Außenministerin zu präsentieren, ts ts.
Andere uralte Männer finden Fernsehen scheiße und noch ältere Hitler
einen netten Kerl. Feuchtgebiete, Feuchtgebiete, Feuchtgebiete,
Tintenherzen, Bushidobücher.
Ansonsten: Promipaare, die einen wenig
interessieren, trennten sich auch dieses Jahr oder bekamen wahlweise
Kinder, wenn sie keine adoptierten. Und omnipräsent: Pleitegegangene
Anleger (der eine Typ, der persönlich nach Island geflogen ist, um sich
dort zu beschweren, dass sein Geld bei der Kaupthing Bank weg war, und
die Rentnertante, die aus Versehen Lehman-Zertifikate gekauft hatte,
haben aus ihrem Pleitesein eine schöne Nebenerwerbstätigkeit gemacht
und leben als Dauertalkshowgäste weiter). Südossetien. Abchasien.
Nochmal gehört, obwohl man‘s schon wieder vergessen hatte. Pleitene
Banker, pleitene Autobauer. »Es wird alles erstmal noch viel schlimmer,
bevor es wieder besser wird.« Man lernt. Das Einzige, was noch zu
laufen scheint, ist scheinbar Piraterie in Somalia. Und: Beim
Milliardärsgattinnen-Erpressen nicht übertreiben. Die Boulevardszene
funktioniert irgendwie auch nicht so richtig: Warum gibt’s den Susanne
Klatten-Porno nicht endlich auf Youtube?
Stattdessen gibt’s im ZDF und auf RTL im Jahresrückblickrausch jede
Menge noch toll menschelnde Farbtupfer, irgendwelche Typen, die ‘ne
Katze vom Baum gerettet haben und so, das lässt das Ganze weit weniger
düster erscheinen. Ansonsten bleibt die Erkenntnis. Zweiter bei der
Fußball-EM zu werden, ist weit weniger toll als Dritter bei der WM. Die
Firma Becks hat mit ihrem neuen Produkt Becks Ice nur Freude gemacht,
wenn selbiges extrem gekühlt war, lauwarm gibt’s kaum was Traurigeres.
Und Red Bull Cola – mal abwarten. Hertha BSC – jetzt auf einmal wieder
super. Was schnell wieder vorbei sein kann, wenn der Pantelic weg ist.
Könnte man jetzt drei Stunden diskutieren. Schade auch, dass mein
schöner Plan statt des beknackten Stadtschlosses eine geilere O2 Arena
in die Stadtmitte zu stellen, nicht realisiert wird. Ansonsten könnte
ja auch mal Mitte Dezember irgendwas passieren, was die ganzen
Jahresrückblicke vollkommen grotesk unvollständig erscheinen lassen
würde. Aber das passiert wahrscheinlich nicht. Vollfressen. Vollsaufen.
Jahresende.
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Piraterie löst alle Probleme
Vielleicht sollte man dazu die alten Stadtmauern wieder errichten und an den ...
Puls
Hallo Otoman, du hast recht. Das Video "Nichts zu verlieren" hat um d...
Puls
auf youtube sind doch gar keine 300.000 klicks sondern ein bisschen über 73.0...
Yo! Remember the 90s!
Das geht da ab! **youtube.com/watch?v=RA1dbxjcB44