Start: 26.02.
Unzählige Lobeshymnen gab es bereits zu lesen, betitelt zumeist als das Comeback des Jahres. Einen Golden Globe als bester Hauptdarsteller konnte Mickey Rourke auch schon einsacken, eine Oscar-Nominierung folgte erwartungsgemäß.
Und es gibt hier in der Tat die erstaunliche Wiederkehr eines Mannes zu
besichtigen, der in den 1980ern mit Filmen wie »Rumble Fish« oder »9 ½
Wochen« mal fast ein ganz Großer in Hollywood war, dann durch die
Alkohol- und Drogenhölle ging und sich zuletzt als glückloser Boxer das
Gesicht zuerst zu Matsch schlagen ließ, um es danach von (schlechten)
Schönheitschirurgen wieder zusammenflicken zu lassen. Wenn man den
abgehalfterten Boxer, den Rourke zuletzt im richtigen Leben gab, durch
einen ähnlich abgehalfterten Wrestler ersetzt, dann ist man schon
ziemlich nahe dran an Randy, genannt The Ram, die Rolle, die Rourke
hier ganz grandios verkörpert.
Mehr schlecht als recht hält sich der
einzige Wrestling-Star mit Kämpfen in kleinen Hallen und vor
vereinzeltem Publikum über Wasser. Als er nach einem der zwar
inszenierten, trotzdem nicht weniger gefährlichen Kämpfe einen
Herzanfall erleidet, raten ihm die Ärzte dringend, mit dem Sport
aufzuhören. Doch nicht nur Randys Körper ist ein Wrack, geschunden ist
auch seine Seele: Freunde sind dem Einzelgänger schon lange keine mehr
geblieben, ein wenig Zerstreuung holt er sich bei der Stripperin
Cassidy (Marisa Tomei) und zu seiner Tochter Stephanie (Evan Rachel
Wood) hat er den Kontakt längst abgebrochen. Dies soll und muss sich
nun ändern, meint Randy. Er sucht sich einen Job in einem Supermarkt,
versucht eine Beziehung zu Cassidy, die ein ähnlich gefallener Engel
ist wie er selbst, aufzubauen und stattet auch seiner Tochter einen
Besuch ab. Doch wie ein Süchtiger nur schwer von den Drogen loskommt
und seine Rückfallwahrscheinlichkeit in harten Zeiten stark ansteigt,
so geht es Randy mit dem Wrestling. Nach dem schwer erträglichen »The
Fountain« liefert Darren Aronofsky, der einst mit »Pi« als kommendes
Talent gefeiert wurde, mit diesem Wrestler-Drama seine bisher beste
Regie-Arbeit ab. Mit einem leicht dokumentarischen Charakter, trotzdem
äußerst präzise und eindringlich inszeniert, treibt Aronofsky Mickey
Rourke zu Höchstleistungen in der Kategorie ernstzunehmender
Schauspieler an, sodass man als Zuschauer zum Mitleiden quasi gezwungen
wird. Ein beeindruckender Film, der an die Nieren geht, trotzdem ein
absolutes Kino-Muss darstellt.
Start: 26.02.
USA 2008, 105 Min., R: Darren Aronofsky, D: Mickey Rourke, Marisa
Tomei, Evan Rachel Wood, Judah Friedlander, Mark Margolis, Todd Barry,
Wass Stevens
PROGRAMM
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