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Geschrieben von Tommy Kempert   

030_04_dresden_1_juedenhof_fk_touristen_foto_c-muench.jpgEine der schönsten Städte Europas

Wer Dresden unter dem stilisierten Bild des Ostens – den Plattenbauten, dem Rechtsradikalismus, der unansehnlichen DDR-Architektur - zusammenzufassen versucht, der hat nachweislich noch nie einen Fuß in eine der schönsten Städte Europas gesetzt. »Elbflorenz« nennen die Einwohner Dresdens liebevoll ihre Heimat. Der Vergleich hinkt nicht.
Ein Blick von der Augustusbrücke auf die Dresdner Altstadt, ein Gang durch die rekonstruierte Frauenkirche, ein kurzes Verweilen vor der Semperoper – es bedarf nicht viel, um diese Stadt zu lieben.

»Dresden - hier wurde die Schönheit erfunden. Nichts als Fluss und Wiesen - in zartesten Farben und märchenhaftem Licht.« (Johann Joachim Winckelmann, 1717-1768)

Der historische Kern der Altstadt zieht jährlich mehrere Millionen Touristen an, eine halbe Milliarde Euro wird mit ihnen umgesetzt. Immer ein wenig im Schatten des atemberaubenden Panoramas der Altstadt steht Dresden-Neustadt: Der alternative Szenebezirk hat längst einen wichtigen Stellenwert im Dresdner Kulturleben eingenommen. Bars, Restaurants, Shops, aber auch Theater und Nachtleben vereint der Bezirk auf der anderen Seite der Elbe. Er profitierte vom Aufbau der Industrie, der Rekonstruktion der Gewerbegebiete und der Altstadt. Denn er wurde stiefmütterlich ausgegrenzt. So gewann er an Charme, an Unvollkommenheit und Szenecharakter – eine typische Entwicklung.

Nicht auslassen sollte man beim Besuch der Neustädter Alaunstraße, die mit niedlichen Geschäften, tollen Cafés und Biergärten sowie internationalen Restaurants mühelos einen kompletten Tag in Anspruch nimmt, den Brunch im »Scheunencafé«. Der sei hiermit als indiskutabler Pflichtbesuch vermerkt. Dresden begeistert. Historische Bauten, einmalig eigentümliche und freundliche Menschen, szenige Viertel und Ausgehmeilen – wer da gewesen ist, wird wiederkommen. Denn auch wer bisher kein erwähnenswertes Interesse an Geschichte und Kultur hatte, wird begeistert sein.

Wenn diese Stadt schon unter den eingebrannten Ressentiments und ihrer DDR-Geschichte leiden muss, dann sei an dieser Stelle eine Assoziation aufgegriffen, die ausnahmsweise zutrifft: »Auferstanden aus Ruinen…«





 
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