|
Geschrieben von Tim Schäfer
|
Drei Jahre ist es her, dass Jondo noch einen Vornamen hatte und mit diesem im Gepäck sein Debütalbum »Echo & Smoke« veröffentlichte. Es war nach einigen Maxi-Singles und EPs ein erstes Aufmerksamkeit einforderndes Ausrufezeichen des dreißigjährigen Berliners. Er wurde schnell erhört. Toursupport und Kollaborationen für Culcha Candela und Gentleman ließen den Newcomer sogleich von höheren Reggaesphären träumen.
Das passt zu seiner Musik. Traumwandlerisch sicher bewegt sich der
Deutschkoreaner in der Welt der Marleys und Tongs, sodass man schon
ganz besonders genau hinhören muss, um Jondo von jamaikanischen
Künstlern zu unterscheiden. Üben alleine reicht nicht. Talent ist
hilfreich. Auch auf seinem aktuellen Album »Pure« lässt der
Filigranmusiker einiges davon aufblitzen und zeigt, wie wenig Beats man
benötigt, um den Körper des Hörers in Schwingungen zu versetzen.
Mit
Gitarre und Gesang bewaffnet kämpft sich der reisefreudige Jondo durch
unsere Welt. Er hinterfragt und hofft. Prangert an und fordert. Auch
von seinen Hörern. Denn man muss mehr von einer Reggaescheibe erwarten
wollen als sommerliche Glückseligkeit. Der Blick hinter die Kulissen
kann nicht schaden. Das haben wir uns zu Herzen genommen und Herrn
Jondo mal zu seiner musikalischen Vergangenheit befragt. Prompt kam
seine Antwort. 10 Platten mit Jondo. Danke Martin.
|
Bob Marley and the Wailers - »Kaya«
1978 - Das Jahr, in dem ich geboren wurde. Etwa 14 Jahre später wurde es eines
meiner Lieblingsalben. Dieses Album hat mich in meiner Jugend bis heute
begleitet. Die Schallplatte ist leider kaputt, sie ist hinter einen Schrank gefallen
und auf dem Heizungsrohr verformt worden.
|
|
IAM - »L'Ecole Du Micro D'argent«
Ich ging zu der Zeit zur Schule und habe es jeden Morgen auf dem Fahrrad auf
meinem Walkman gehört. Auf Kassette natürlich – unglaublich. Es war eine Zeit, in der Musik für mich so wichtig wurde wie nichts anderes auf der Welt. Ich habe
mit diesem Album fast ganz Berlin mit Fahrrad befahren – schnell und im Drive By
Tempo.
|
|
Sick Of It All - »We Stand Alone«
London – England – Klassenfahrt. Anti-Terror-Kampf und den Drachen vom Cover habe ich auf meine ersten Boxhandschuhe gezeichnet.
|
|
Sepultura - »Chaos A.D.«
Mit dem Album auf Kassette bin ich durch Frankreich getrampt. Es war
eine schöne Zeit, in der ich sehr viel von Frankreich gesehen habe.
Nächte unter dem Eifelturm – Jam and Jongliersession am Sacré-Coeur,
wild zelten in den Pyrenäen und natürlich Lourdes – Kontakt zu Le Flics
gab’s natürlich auch.
|
|
Macka B - »Roots Ragga«
Ich habe das Album auf CD und ich war beim Konzert in Berlin in der
alten TU Mensa. In dieser Zeit habe ich das erste Mal Dreadlocks getragen.
Ich habe das Album am liebsten verstärkt über meinen Gitarrenverstärker
Gehört, weil ich den Bass mit dem Teil noch fetter hinbekam.
|
|
Cypress Hill – »Cypress Hill«
Es war der Soundtrack zum jugendlichen Leben schlechthin. Skateboard
fahren und Knöchelbruch, nachdem ich eine Fun Ramp genommen hab. Auch die Vorliebe zu pflanzlicher Nahrung und die Abneigung gegenüber »Schweinen« verbinde ich mit dieser Zeit. Und dann habe ich sie auf einem Festival in Österreich spielen sehen. Sie haben mich glücklich gemacht und alle meine Lieblingsstücke von diesem Album gerockt.
|
|
Tracy Chapman - »Tracy Chapman«
Dieses Album hat mir eine gute Freundin vorgespielt und es hat mich über
Jahre hinweg begleitet. Gute Musik vergeht nicht. Gute Freundschaft auch nicht.
|
|
Yothu Yindi - »Freedom«
An mein erstes Didgeridoo aus Bambus erinnere ich mich, wenn ich dieses
Album höre. Das australische Urvolk hat lange meine Aufmerksamkeit
gefesselt und die Sehnsucht, dieses Land einmal zu bereisen, ist bis heute
geblieben.
|
|
Guns N' Roses - »Appetite for Destruction«
Als mich dieses Album in der Jugend erreicht hat, habe ich selbst auch
Gitarre gespielt und war Fan von Slash und seinen Skills. Ich wurde
dann von einem Freund zu seinem Gitarrenlehrer mitgenommen und nutzte
die Chance, ihn zu bitten, mir etwas von Slash beizubringen. Er hatte
studiert und war Gitarrenlehrer, aber was er spielte, glich nicht
meinem Slash. Mit dem Album verbinde ich, dass es definitiv Bands und
Musiker gibt, die Unikate sind und auch bleiben.
|
|
Ravi Shankar - »Portrait of Genius«
Zu diesem Album habe ich unendlich viele Stunden Yoga praktiziert. Immer
wenn ich in der Vergangenheit Gäste hatte, habe ich diese CD gehört um aufzuräumen, wenn die letzten gegangen waren.
|
Das Album »Pure« ist auf Four Music erschienen.
Am 14.04. spielt Martin Jondo live im Lido.
www.martinjondo.com
www.myspace.com/martinjondo
|
Piraterie löst alle Probleme
Vielleicht sollte man dazu die alten Stadtmauern wieder errichten und an den ...
Puls
Hallo Otoman, du hast recht. Das Video "Nichts zu verlieren" hat um d...
Puls
auf youtube sind doch gar keine 300.000 klicks sondern ein bisschen über 73.0...
Yo! Remember the 90s!
Das geht da ab! **youtube.com/watch?v=RA1dbxjcB44