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Geschrieben von Jürgen Laarmann
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Wahl-Hilfe
Angeblich sollen Jugendliche ja heutzutage wieder total politikinteressiert und engagiert sein – allerdings gibt’s Ausnahmen
wie den 18-jährigen kleinen Bruder meines Mitbewohners R., der
demonstrativ seine Europawahlkarte in den Müll schmiss wie einen Flyer
für eine Party mit ungeliebten DJs in einer Outlocation und damit
unsere pädagogische Ader touchierte und uns dieses Vorgehen tadeln
ließ.
»Voten bringt eh nix«, meinte der Teenie, »ich hab‘s ja schon mal
probiert. Dabei ist Mandy nicht Topmodell geworden und Annemarie nicht
Superstar. Und...« (er verdrehte die Augen...) »im Zweifelsfall kommt
sogar noch was Schlimmeres heraus wie z. B. der Mann mit der
Mundharmonika, Michael Hirte.« Wenig konstruktiv sein Genörgel, dass es
eine Zumutung sei, dass man nicht per Internet oder Telefon-Voting
dabei sein könne und dass es eine Frechheit sei, dass immer sonntags
bis 18 Uhr abgestimmt werden solle (»da bin ich noch auf einer After
Hour oder penne schon oder etwa... noch«). Allerdings waren weder mein
Mitbewohner noch ich auch besonders gut im Erklären, warum die
Teilnahme an der Europawahl so wichtig wäre, und so beschlossen wir,
uns mit dem Youngster gemeinsam mal die ganzen »Parteien zur
Europawahl«-Spots auf youtube.com anzusehen, um zu gucken, ob »nicht
vielleicht doch was dabei wäre« und uns selber mal zu informieren.
Immerhin gibt’s ja dieses Jahr 31 Parteien auf dem Riesenstimmzettel,
und alle Wahlspots hintereinander sind tatsächlich eine ganz schön
bizarre Session. Auffällig viele Christen-, Kommunisten und
Rentnersplittergruppen gibt’s, die lustigste ist die RENTNER-Partei für
»jung und alt« von einem Basecap-Opa mit gmx-Adresse, der immer wieder
skandiert: »Das kann nicht sein, isch misch misch ein.« Toll auch die
Partie AUFBRUCH, die als ersten Wahlpunkt »drastische Absenkung
krankmachender Mobilfunkstrahlen« hat, obskur die Formation ESE
(Europa-Demokratie-Esperanto), vollkommen bizarr die VIOLETTEN, in
deren ersten Spothälfte erstmal nur eine miese lila
Schmetterlingsanimation herumflattert, bevor ein »bedingungsloses
Grundeinkommen« versprochen wird und eine »spirituellere Politik«, ohne
dass man sich so richtig vorstellen konnte, was damit gemeint wäre. Ein
trauriges Bild gaben auch die Feministen ab, bei der die erste
Spotminute erstmal kräftig gesaugt, gekocht und geputzt wird, bevor
eine Frau eine Bratwurst hinschmeißt und dann so ungefähr alles fordert
wie jede andere linke Partei, von der Tierschutzpartei gar nicht erst
zu reden.
Sogar der Teenie fand noch jemand, dem er seine Stimme geben
wird, bevor sie gar keiner kriegt, nämlich die Piratenpartei, die ihm
versprechen, dass er nicht mehr in den Knast kommt, wenn er illegal was downloadet.
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Piraterie löst alle Probleme
Vielleicht sollte man dazu die alten Stadtmauern wieder errichten und an den ...
Puls
Hallo Otoman, du hast recht. Das Video "Nichts zu verlieren" hat um d...
Puls
auf youtube sind doch gar keine 300.000 klicks sondern ein bisschen über 73.0...
Yo! Remember the 90s!
Das geht da ab! **youtube.com/watch?v=RA1dbxjcB44