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Ausgabe 12 - 2009 PDF Drucken E-Mail
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Geschrieben von Andreas Hartmann & Michael Schneider   

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  • Eminem – Encore [Universal]

  • A Hawk and a hacksaw - Délivrance - [Leaf]
  • The Revolution presents Revolution - [Rapster]
  • Planetary Assault Systems - Temporary Suspension - [Ostgut Ton]
  • Acid Mothers Temple And The Melting Paraiso U.F.O. - Lord Of The Underground: Vishu And The Magic Elixir - [Alien 8]
  • Masha Qrella - Speak Low - [Morr]
  • Bill Wells and Maher Shalal Has Baz - GOK - [Geographic]
  • Classic Rhythms Volume 2 - [Greensleeves]
 
  Platte der Ausgabe:

Eminem – Encore [Universal]

Mit der Beschreibung des Sounds braucht man sich bei Eminems sechstem Studioalbum nicht lange aufhalten. Die Beats stammen von G-Funk Meister Dr. Dre und grooven solide, Dre weiß eben ganz genau, wo die Bassdrum sitzen muss, damit es rollt. Natürlich werden auch Streicher und ein paar Neo-Soul Referenzen aufgefahren, Eminem ist schließlich kein Mann für Hip Hop-Connaisseure, sondern in erster Linie ein Mainstream-Rapper mit Millionenpublikum. Doch gerade hier liegt die Stärke von »Relapse«. Denn obwohl mit Marke Eminem längst Millionen verdient werden, hat man immer noch das Gefühl, mit einem Menschen aus Fleisch und Blut zu tun zu haben, der über echte Dinge rappt. In diesem Fall vor allem über Drogen. Eminem und Dre ist mit »Encore« kein Meilenstein gelungen. Aber die beiden sind immer noch besser als 98 % ihrer Kollegen. Das ist doch was.
CoolCoolCool

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Balkanpop

A Hawk and a hacksaw - Délivrance - [Leaf]
Balkanpop und Turbofolk, das sind schon wieder Trends von gestern. A Hawk and a hacksaw bleiben trotzdem speziell und außergewöhnlich. Weil sie sich erst gar nicht an einer authentischen Schunkelmusik für Biertische in Osteuropa versuchen, sondern immer den Blick von außen behalten. In ihrer Musik gibt es so viele Brechungen und Einflüsse, die eigentlich gar nicht zusammengehören, das geht vom Jiddischen bis hin zu Arabeskpop, und trotzdem ergibt ihr kruder Stilmix eigentlich immer Sinn. Spannend, diese Form von Weltmusik.
CoolCoolCool
 
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Cuban-Hop

The Revolution presents Revolution - [Rapster]
Kuba ist längst Ödland, eine Insel für reiche Dollartouristen, regiert von der Castro-Clique, die von Freiheit nichts hält. Kubanische Musik ist trotzdem so mit die interessanteste der Welt. Unglaublich vielfältig sind kubanische Rhythmen, es gibt die Tradition des Buena Vista Social Club, aber auch eine junge Musikszene, die sich stärker an den USA orientiert, als es dem Regime lieb sein dürfte. Auf vorliegender Compilation treffen nun solche Hip Hop und R&B-beeinflusste kubanische Acts auf internationale Berühmtheiten wie Norman Cook oder Roisin Murphy. Das ergibt ein interessantes Miteinander, der Kulturaustausch findet statt. Jetzt muss Obama nur noch das Embargo gegen Kuba aufheben.
CoolCool

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Classic-Techno

Planetary Assault Systems - Temporary Suspension - [Ostgut Ton]
Ostgut Ton will es jetzt wissen. Der Schritt vom Liebhaberlabel, das zuständig ist für Freunde des Hauses Berghain, hin zu einem Technolabel mit internationaler Ausrichtung wäre hiermit vollzogen. Veröffentlicht wird nun die neue Platte von Luke Slaters Planetary Aussault Systems, einem Projekt, das für die gute Seite des Techno steht wie DJ Bobo für die böse. Mit Planetary Assault Systems verdeutlicht Ostgut Ton, dass man weiß, wo man herkommt. Vor Berlin-Techno war Detroit-Techno, auch wenn das heute manche schon gar nicht mehr wissen, vor Riccardo war Luke Slater. Hier ist er wieder, immer noch frisch, roh und ungeschliffen.
CoolCoolCool

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Stonerrock

Acid Mothers Temple And The Melting Paraiso U.F.O. - Lord Of The Underground: Vishu And The Magic Elixir - [Alien 8]
Du steht auf Gitarrensoli, Led Zeppelin und überhaupt: Auf Rock. Dann probier‘s mal hiermit, mit Acid Mothers Temple, der Seventies-mäßigsten Rockband des Planeten. Gegen die wirken Wolfmother oder Kings of Leon so rockermäßig wie Thomas Anders und seine Ex-Frau Nora. Hier kommt der echte, der einzige, der wahre Urknallrock. Aus Japan natürlich, wo man Extreme schon immer mehr schätzte als hierzulande. Dröhnt alles über den Haufen, diese Platte und ist geiler als jede Droge.
CoolCoolCoolCool

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Kunstpop

Masha Qrella - Speak Low - [Morr]
Masha Qrella singt Lieder von Kurt Weill, das klingt so seltsam ausgedacht wie »Sportfreunde Stille unplugged in New York«. Im Falle der Berlinerin funktioniert die Sache mit dem Originalitätszwang aber ganz hervorragend. Die Soloalben Qrellas waren zwar auch schon immer eigenwillig, blieben aber immer etwas spröde. Erstaunlicherweise spielt sie sich aber gerade jetzt, wo man annehmen könnte, zu viel Konzept schadet der Spontaneität bloß, wieder so richtig frei. Qrella hat erst gar nicht das Bedürfnis, mindestens so exaltiert und extravagant zu wirken wie Ute Lemper, wenn diese sich an Weill versucht, sondern macht wieder Indiepop, mit Band, so wie eh und je. Nur handelt der jetzt halt von der Seeräuber-Jenny und so etwas.
CoolCoolCool

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Childish Pop

Bill Wells and Maher Shalal Has Baz - GOK - [Geographic]
Eine der unfassbarsten Bands der Welt ist Maher Shalal Has Baz aus Japan. Man weiß nie so recht, ist das nun eine Jazzband, die nichts kann, begnadete Kinder, die für einen Schulauftritt üben oder ein riesengroßer Witz. Zerbrechliche Melodien fliegen durch den Raum, zerrissen von Trompetenklängen, die teils so schräg klingen, dass man nicht weiß, ob man lachen oder sich die Ohren zuhalten soll. »Childish music«, so wurde das, was diese Combo hier macht, einmal genannt. Der schottische Pianist Bill Wells begleitet sie, Gäste wie Barbara Morgenstern haben mit ausgeholfen. Entstanden ist eine weitere rührende und wunderschöne Platte dieses unvergleichlichen Kollektivs.
CoolCoolCoolCool

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Dancehall

Classic Rhythms Volume 2 - [Greensleeves]
Der Sommer steht vor der Türe und damit auch der Sound des Sommers. Der ist natürlich immer noch und immer wieder Reggae und Dancehall. Ob man will oder auch nicht. Gut gewappnet für den nächsten Battle zwischen dem eigenen Balkon und dem des Nachbarn ist man ganz bestimmt mit vorliegender Compilation, auf der sich ein ganzes Dutzend an digitalen Dancehallkrachern befindet. Elephant Man, Mr. Vegas, Ward 21, Sizzla, all die begnadeten Machos des jamaikanischen Dancehalls sind hier vertreten. Balladen fallen natürlich weg, jeder einzelne Track knallt.
CoolCool



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