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Ausgabe 13 - 2009 PDF Drucken E-Mail
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Geschrieben von Andreas Hartmann & Michael Schneider   

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  • J Dilla - Jay Stay Paid - [Nature Sounds]

  • Biosphere - Wireless - [Touch]
  • Milanese - Lockout - [Planet Mu]
  • Method Man & Redman – The Blackout! 2 - [Universal]
  • Marilyn Manson – The End Of High Low - [Universal]
  • Jim O’Rourke – I’m Happy, and I’m singing and a 1,2,3,4 -
  • [Editions Mego]
  • Patrick Wolf - The Bachelor - [Bloody Chamber]
  • Kevin Blechdom - Gentlemania - [Sonig]
  • Dubblestandard Lee »Scratch« Perry & Ari Up - Return From Planet Dub - [Echo Beach]
  • Andromeda Mega Express Orchestra - Dito - [Alien Transistor]
 
  Platte der Ausgabe:

J Dilla - Jay Stay Paid - [Nature Sounds]

Schon irre: Hier ist sie endlich, die neue Platte des toten Hip Hop-Produzenten J Dilla. Seit dieser vor ein paar Jahren verstorben ist, kennt der Dilla-Hype keine Grenzen mehr. Postum erscheint eine Werkschau nach der anderen und nun auch noch diese aus Dilla-Produktionsfragmenten erstellte Platte. Damit diese keine reine Leichenfledderei ist, hat das Material niemand Geringeres als Pete Rock nochmals gesichtet, integre Gestalten wie der Maskenfritze Doom mussten so manchen Beat gerade rücken. 2Pac ist langsam tot, J Dilla aber lebt.
CoolCoolCool

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Ambient

Biosphere - Wireless - [Touch]
BJ Nilsen ist eine anerkannte Größe unter den Ambientmusikern unserer Tage. Als Biosphere hat er bereits einen Strauß an Platten angefertigt, die allesamt bestechen in ihrem Drang, Wohlklang mit elektronischen Experimenten zu verbinden. Biosphere, und damit übertreibt man nur ganz unwesentlich, ist ganz klar der Brian Eno unserer Tage. Mit »Wireless« hat er erneut eine konzentrierte Soundarbeit verfasst, in der andauernd etwas passiert, wo es nie nur plätschert, sondern Störgeräusch und Kuschelsound eine Einheit bilden. Eine Platte wie ein Hörspiel.
CoolCoolCool
 
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Dubstep

Milanese - Lockout - [Planet Mu]
Milanese lässt es wieder krachen. Dubstep ist für ihn jedoch bloß noch das Grundgerüst, auf dem er seine Querschläger aus Grime und unterschiedlichen Hardcore-Spielarten entwickelt. Verschiedene Rapper, Toaster und Sänger hat er sich für seinen Soundclash geladen, mit denen er einen wilden Rave aus Jungle und Pirate-Station-Gerumpel veranstaltet. Dicke Hosenflatterbässe treffen auf Experimentalelektronik und Geschichten aus dem Großstadtdschungel. Macht Spaß und sorgt für gute Laune gleichzeitig.
CoolCool

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Nostalgie Rap

Method Man & Redman – The Blackout! 2 - [Universal]
Die Drogenbeauftragten der Bundesregierung werden sich die Haare raufen. Denn dass auch jahrelange Vollzeit-Kiffer noch was auf die Reihe kriegen können, beweisen Method Man und Redman auch auf ihrem zweiten Kollabo-Album mit Bravour. Allen Befürchtungen zum Trotz ist »The Blackout! 2« keine fader Aufguss des Klassikers von 1999. Als Produzenten haben Method Man und Redman die ganze New Yorker Nachbarschaft zusammengetrommelt, Pete Rock, Rockwilder, Erick Sermon – alle haben sie Beats beigesteuert, die zwar ziemlich nach End-Neunziger, aber trotzdem kein bisschen abgestanden klingen. Dazu lassen die beiden Rap-Protagonisten die komplexeste Reime wie warme Milch mit Honig runterlaufen - trotz oder vielleicht gerade wegen all des Weeds, das während der Produktion weggeraucht wurde. Dicker Applaus!
CoolCoolCoolCool

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Industrial Rock

Marilyn Manson – The End Of High Low - [Universal]
Wieder mal ein Album von Marilyn Manson. Eigentlich dachte man, Manson hätte die
Wandlung vom »Ich-hab-keinen-Bock-mein-Zimmer-aufzuräumen!«-Apologeten zum
vergleichsweise harmlosen Glam-Bad-Boy längst vollzogen. Im Video zur aktuellen
Single probt er aber plötzlich wieder die Provo-Nummer. Doch mit komischen
Kontaktlinsen, Grufti-Schminke und Nazi-Symbolik schockt man heutzutage nicht mal
mehr Tipper Gore. Und musikalisch ist auch endgültig die Luft raus. Dass Manson noch
nie richtig gut singen konnte, dürften diesmal selbst die unmusikalischsten
Zeitgenossen merken, die Gitarrenriffs könnten lauwärmer kaum klingen, über 60
Minuten regiert langweiliger Instant-Geifer, der wohl selbst Ursula von der
Leyen nicht mehr erschrecken würde. Gähn.
Stirnrunzelnd

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Ambient

Jim O’Rourke – I’m Happy, and I’m singing and a 1,2,3,4 - [Editions Mego]
Gerade reden wieder alle von Sonic Youth. Warum es die Band überhaupt noch gibt, wie alt alle Bandmitglieder zusammengenommen sind, über solche Dinge halt. Vielleicht fällt da auch nochmals der Name Jim O‘Rourke. Der war immerhin mal kurzzeitig Mitglied bei Sonic Youth, bis der Mann wieder etwas Besseres zu tun hatte. O‘Rourke gilt als eines der wenigen wahren Genies des Pop, als Alleskönner zwischen Pop und Avantgarde. Leider ist O‘Rourke so cool, dass er sich angeblich weitgehend von der Musik verabschiedet hat, um sich dem Studium des japanischen Kunstfilms zu widmen. Nur gut, dass da einfach nochmals diese herrliche Ambientplatte mit Aufnahmen von vor gut zehn Jahren wiederveröffentlicht wurde.
CoolCoolCool

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Weird-Rock

Patrick Wolf - The Bachelor - [Bloody Chamber]
Vor ein paar Jahren tauchte dann auch Patrick Wolf auf. Genau rechtzeitig, um beim Wettstreit mit Devendra Banhart, Antony und anderen gender-bender-Persönlichkeiten bei der Wahl zum obersten Popexzentriker ein Wörtchen mitzureden. Auch Patrick Wolf ist selbstredend queer, macht auf Neofolk und all das. Nur bei ihm ist irgendwas leider aus dem Ruder gelaufen. Antony hat es geschafft, sich seine eigene Antony-Welt aufzubauen, irgendwo zwischen »Wizard of Oz« und Operette, Patrick Wolf findet seinen eigenen Weg leider nicht mehr und verliert sich in einer Musik, die ziemlich nichtssagend ist. Rock mit Streichern, die klingen wie bei Apokalyptica, nee, das braucht die Welt nicht.
Cool

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Freestyle-Pop

Kevin Blechdom - Gentlemania - [Sonig]
Die in Berlin lebende Kevin Blechdom hat es drauf, und wie. Sie ist live eine begnadete Performerin, die am Piano alles kann, Banjo spielt wie ein Redneck aus den hintersten Ecken der USA und die ganz selbstverständlich zwischen Elektronik und Akustikpop changiert. Und nun diese Platte. Voller catchy Songs und doch schräg genug, um einem das Gefühl zu geben, man müsse die Platte mehr als bloß zwanzig Mal hören, um sie auch wirklich zu verstehen. Produziert von Mocky.
CoolCoolCool
 
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Neo-Dub

Dubblestandard Lee »Scratch« Perry & Ari Up - Return From Planet Dub -
[Echo Beach]

Lee Perry. Je älter er wird, desto unantastbarer sein Ruf. Er ist nicht weniger als ein Miterfinder des Dub und damit so wichtig für die Musik von heute wie Jesus für die katholische Kirche. Die Beastie Boys sind Fans von ihm, dessen Musik vielleicht auch in anderen Galaxien gehört wird, immerhin behauptet der Mann ja, Kontakte zu Aliens gehabt zu haben. Und jetzt widmen die Wiener Neodubber Doublestandard dem Meister eine ganze Doppel-CD, auf der Lee Perry natürlich auch selbst singt. David Lynch macht bei dieser Platte auch mit. War ja klar.
CoolCool

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Orchesterjazz

Andromeda Mega Express Orchestra - Dito - [Alien Transistor]
Angeblich ist selbst Herbert Grönemeyer Fan von diesem Orchester, so hört man. Dieses spielt sich durch ein eigenwilliges Programm aus Bigband-Sound, abstraktem Jazz und Soundwelten, die man so genau nicht definieren kann. Ist das noch Pop, Intellektuellenjazz, Neue Musik oder einfach doch etwas ganz Neues? Was meint Herbert Grönemeyer?
CoolCoolCool


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