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Money slaves gesucht!!! PDF Drucken E-Mail
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Geschrieben von Jürgen Laarmann   
Bei manch einer Geschäftsidee fragt man sich ja, wie gut sie funktioniert, und das passiert mir gerade bei Mrs. Lady Vanilla, einer jungen Dame mit Pausbäckchen und Piercing (Typ Schule früh abgebrochen, Friseurlehre geschmissen, jetzt Callcenter, aber Ärger mit dem Teamleiter).

Ebenjene wirbt auf ihrer Internetseite für ihr Angebot »Financial Domination« an »Geldsklaven« und ihr Dienstleistungsangebot besteht weitgehend darin, Bargeld oder sonstige Geldgeschenke anzunehmen; und sie lässt uns an diesem speziellen Kick teilhaben: »Mich hat eines Tages ein Schwachkopf in einem Chat angelabert, er würde gerne ausgenommen werden und mir Geld überreichen... eine Woche traf ich den Idioten, da händigte er mir ohne zu zögern die abgemachte Summe mit zittrigen Händen aus und brachte kaum ein Wort aus seiner hässlichen Visage... Anschließend fuhr ich gleich wieder nach Hause, da ich es sehr seltsam fand, dass mir jemand einfach Geld schenkte ohne jeglichen Grund.

Zu Hause angekommen am PC, schrieb mir der Idiot sofort wieder - er würde das gerne regelmäßig wiederholen...“ Nun also sucht Lady Vanilla Leuten, die dieses unvergleichliche Vergnügen auch erleben wollen. Würd mich echt mal interessieren, ob das ein blühender Geschäftszweig ist. Und mal etwas genauerer nachgedacht: Was für ein unkomplizierter Fetischismus, seinen Kick durch den Vorgang einer reinen Geldübergabe zu beziehen. Praktisch: Keine aufregenden Geschlechtskrankheiten! Vielleicht ist der Fetisch ja weiter verbreitet als man denkt, weil man ja praktisch den ganzen Tag damit zu tun hat, irgendwelches Geld loszuwerden, da wär‘s ja ebenso schön wie praktisch, wenn dies per se stimulierend wäre. Leider ist mir der Geldfetisch fremd und ich weiß nicht genau, wie er funktioniert.

Schon denke ich, dass der Typ, der im Supermarkt seinen Drei-Bierdosenkauf mit einem Riesenberg Kupfer-Münzen bezahlt, in diesem Sinne so was tut, wie seinen Orgasmus herauszögern. Steigert es den Kick, Geld wie es geht so sinnlos bzw. gegenleistungslos wie möglich loszuwerden (Obergeil, ich hab einen Hunni in der Disco aufm Klo verloren)? Oder geht es um die Summe?

Wenn so ein Minister einen Staatshilfescheck über paar Milliarden für irgendeine Pleitebude unterschreibt, geht ihm dann einer ab? Und außerdem: Warum hat niemand mein General-Rettungspaket verstanden: Jeder Opelmitarbeiter kriegt einen Gutschein, bei dem er bei Karstadt einen Porsche für lau bekommt. Hätte zwar Opel nicht gerettet, aber die in Rüsselsheim hätten wenigstens paar schönere Autos, die sie ganz gut auf dem Flohmarkt loswerden.

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