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U-Bahn-Spaß PDF Drucken E-Mail
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Geschrieben von Jürgen Laarmann   
Jeder reagiert anders auf die angespannte Situation im öffentlichen Personennahverkehr, auch in unserer WG.

Mitbewohner „Faulpelz“ R. testet vollkommen neue „innovative Immobilitätsstrategien“, bewegt sich kaum mehr aus dem Haus und freut sich für jedes verpatzte Date und jede Verspätung „endlich mal plausible Superausreden“ zu haben.

Ansonsten scheint’s eher so zu sein, dass die Aggressivität latent steigt und man wartet förmlich drauf, dass die BZ von morgen mit einer Story über den ersten „S-Bahn-Chaos-Toten“ aufwarten kann. Bei gleich zwei Beinahe-Todesfällen war ich live zugegen. Ein junges Mädchen hatte sich im weißen Anzug top-aufgestylt und bequatschte mit ihrer Freundin ihre große Aufregung vor dem wichtigen Vorstellungs-Gespräch, als ein jovialer Radfahrboy sein Bike in die vollbesetzte U-Bahn wuchtete und sie fast slapstickmäßig von oben bis unten mit einer Schmieröl-Spur benetzte. Der Unterhaltungswert war hoch: die kleine ambitionierte Jungmanagerin verwandelte sich innerhalb von 2 Sekunden in eine keifende Neuköllner Ghetto-Göre und verdrosch den leicht dämlichen Biker, der das Missgeschick gar nicht wirklich bemerkt hatte.

Noch lustiger indes war eine andere Szene. Hier war’s in der U-Bahn wirklich absolut beklemmend tokio-zur-rush-hour-mäßig voll, 50 Grad heiß und zusammengequetscht schwieg man sich an. Das heißt alle schwiegen bis auf ein Handy-Quatscher, der schreiend seinem Gesprächspartner Befehle erteilte, wie er denn die Excel Tabelle gerne aufgebaut hätte. Offenbar war der Gesprächspartner nicht so firm im Programmieren und verstand die Anweisungen nicht. So wurde der Handy-Quatscher immer aufgeregter, spulte eine komplette Bedienungsanleitung runter und wurde dabei immer lauter und hektischer. Einem nur semi-friedlich aussehenden Rocker reichte es „Jetzt hör endlich mal auf mit deinem blöden Gequatsche“.

Die Excel Erklär-Nervensäge wagte es noch zu entgegnen: „Es ist nicht verboten, in der U-Bahn zu telefonieren“ und wollte sein Telefonat fortsetzen, da schnappte sich der Rocker das Handy und schmiss es hochkant durch das Fenster auf die Gleise. Die Hälfte des Zuges klatschte spontan Beifall, die andere Hälfte guckte dezent weg.....



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viermalberlin   |01.02.2010 03:37:53
Das hat man davon (bzw. nicht sh. Handy) unbezahlte Praktikanten die Tabellen bauen zu lassen. Hätte sich ein 5,5 Euro Leiharbeiter hier vielleicht bezahlt gemacht.

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