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Neue Platten - Ausgabe 23 PDF Drucken E-Mail
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Geschrieben von Andreas Hartmann & Michael Schneider   
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Neuerscheinungen in der Kritik

Unsere knallharte Musikredaktion nimmt aktuelle Platten-VÖs unter die Lupe und verteilt Lob und Kritik. Diesmal: Royal Bangs, John Morales, Sido, Efterklang & The Danish National Chamber Orchestra, Little Dragon, Kiss uvm.






Indierock

030_05_cds_royal_bangs__let_it_beep_.jpgRoyal Bangs – Let It Beep – [Cityslang]
In den letzten Jahren wurde ja immer so getan, als sei New York die einzige Stadt der Welt, aus der heutzutage coole Bands kommen. Falsch. Beispiel? Royal Bangs. Die kommen nicht aus Brooklyn, sondern aus Knoxville, Tennessee - dem Kaff, in dem auch Quentin Tarantino aufwuchs. Mit ihrem zweiten Album »Let It Beep« stecken sie New Yorker Kollegen wie TV On The Radio locker in die Tasche. Schludrige Pavement-Gitarren, wahnwitzige Keyboard-Sounds, derbe Dance-Beats, genial durchgeknallte Melodien – darum geht’s hier. Dabei rockt diese Bande nicht nur wie Sau, sondern schreibt auch wahnsinnig gute Songs. Unbedingt anhören. Kandidat für die Jahresbestenliste.
Urteil: 
LachendLachendLachendLachend


Disco

030_05_cds_john_morales__the_mm_mixes.jpgJohn Morales – The M&M Mixes – [BBE]
Immer tiefer wird inzwischen in den Schatztruhen der goldenen Disco-Ära nach vergessenen Perlen gefahndet. Alles muss geborgen werden, denn Disco ist wieder da, selbst in Berlin und das heißt einiges. Pflichtprogramm für jeden Disco-Fan ist natürlich vorliegende Compilation mit Mixen, die John Morales für verschiedene Acts des sagenumwobenen Disco-Labels Salsoul angefertigt hatte. Perfekte Musik zwischen Latin-Rhythmen und Computerstimmen ist das.  Urteil: LachendLachendLachend


Message Soul

030_05_cds_diverse__message_soul_.jpgDiverse – Message Soul – [Trikont]
Das rührige Münchner Label Trikont hat sich bei seiner neuen Compilation um eine Musik verdient gemacht, die es selbst »Message Soul« nennt. Gemeint ist damit R&B, der in den letzten zehn Jahren entstanden ist, der sich eher an Stevie Wonder als an Gangstarap orientiert. Es geht sozusagen um Soul für das neue Jahrtausend, um politische Musik, die sich irgendwo zwischen Sly Stone und Public Enemy einordnen lässt. Jill Scott, Donnie, Erykah Badu, alle Stars dieses Neo-Souls sind natürlich mit dabei. Wunderbar.  Urteil: LachendLachendLachend


Ossi-Rap

030_05_cds_sido-aggro-berlin-cover.jpgSido – Aggro Berlin - [Universal]
Sido ist ein Ossi. Das ist leider schon die einzige Neuigkeit, die Sidos viertes Album zu bieten hat. Zu erschreckend einfallslosen Billo-Synth-Beats und ein paar gähnend langweiligen Popnummern arbeitet sich der Berliner ein weiteres Mal an seiner eigenen Geschichte ab, die doch inzwischen jeder kennt. In Tracks wie der ersten Single »Hey Du« oder »Henker und Richter« versucht er sich als deutscher Eminem. Geht natürlich voll in die Hose, denn Sido ist zwar sympathisch, aber dann eben doch nicht smart genug. Die wirklichen Highlights auf dieser Platte kommen von Kurt Krömer, der sämtliche Skits eingesprochen hat – aber diese Platte nicht retten kann. Urteil: Schreiend


Girltrash

030_05_cds_cobra_killer__uppers__downers.jpgCobra Killer – Uppers & Downers – [Monika]
Cobra Killer, das sind zwei Ladys aus Berlin, die es gerne krachen lassen. »Schneeball in die Fresse«, so heißt nicht nur eine Nummer auf ihrer neuen Platte, sondern das »In die Fresse«-Prinzip wurde auch gleich auf die ganze Platte angewendet. Zwischen Garagenpunk und Trashelektronik bewegt sich ihre Musik, Gäste sind Typen wie John Spencer oder Thurston Moore. Berlin gehört jetzt zu New York, das ist die Message dieser Platte. Oder umgekehrt: New York ist von nun an ein Stadtteil Berlins. Urteil: LachendLachend


Disco-Mix

030_05_cds_dj_spinna__the_boogie_back_.jpgDJ Spinna – The Boogie Back – [BBE]
DJ Spinna ist eigentlich Hip Hopper. Aber wie so viele aus dem amerikanischen Hip Hop-Betrieb hat er sich ein wenig von der ewig gleichen Rapperei verabschiedet und ist lieber als House- und Disco-DJ unterwegs. Als solcher präsentiert er hier diese hübsche Mix-CD, in der er, der passionierte Plattensammler, eine Obskurität an die nächste reiht. Mtume, Modern Romance, so heißen die Acts, die es hier zu entdecken gilt. Man entdeckt sie allesamt ziemlich gern.  Urteil: LachendLachendLachend


Spacepop

030_05_cds_little_dragon__machine_dreams.jpgLittle Dragon – Machine Dreams – [Peacefrog]
Diese vier Schweden verwenden keine Gitarren, sondern stricken ihre Spacepop-Songs - wie die französischen Kollegen von Air - aus einem ganzen Arsenal warmer Bass- und Synthie-Sounds und extravaganter Samples. Die Stimme von Halb-Japanerin Yukimi Nagano versprüht Soul-Spirit und asiatische Exotik. Ein Album so sexy wie Häagen Dasz auf nackter Haut.  Urteil: LachendLachendLachendLachend



Kiss-Rock

030_05_cds_kiss__sonic_boom.jpgKiss – Sonic Boom – [Roadrunner]
Volle Punktzahl gibt es von uns natürlich für diese Platte. Nicht unbedingt wegen der Musik, sondern einfach dafür, dass Kiss Kiss sind. Das reicht. Volle Punktzahl für die Masken, die Kiss-Army, die Zunge von Gene Simmons, einmal mehr für »I Was Made For Loving You», für den ganzen herrlichen Kiss-Quatsch eben. Und dafür, dass Kiss einmal zusammen mit Otto in Berlin aufgetreten sind.  Urteil: LachendLachendLachendLachend


Kunstmusik

030_05_cds_efterklang__the_danish_national_chamber_orchestra__performing_parades_.jpgEfterklang & The Danish National Chamber Orchestra – Performing Parades – [Leaf]
Efterklang aus Dänemark sind in ihrer Heimat ganz groß. Die versponnene Electronica ist bei den Dänen charttauglich und das ist schon ziemlich außergewöhnlich. Auf ihrem neuen Werk tut sich der Act, der sowieso schon aus bis zu 12 Leuten besteht, auch noch mit einem Kammerorchester zusammen, um jetzt endgültig abzuheben. Irre Kunstmusikplatte. 
Urteil: LachendLachend


Platte der Ausgabe: Deutschpop

030_05_cds_songs_for_joy.jpgDiverse – Songs for Joy – [Staatsakt]
In den letzten drei Jahren fand im Berliner Maxim Gorki Theater die Reihe »Songs for Joy« statt, eine Mischung aus Gorki-sucht-den-Superstar und Songschreiber-Workshop. Geladen wurden sogenannte Dilettanten, die mit Hilfe der Musiker Erobique, Jacques Palminger und Freunden ihre Songs einspielen durften. Die Ergebnisse liegen nun auf dieser herrlichen Sammlung bezaubernder Popsongs vor. Große Musik zwischen Brasil-Pop und Blumfeld gibt es hier. Am schönsten ist das Stück »Nett«.  Urteil: LachendLachendLachendLachend




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