| »Männer kochen anders« |
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| Geschrieben von Jürgen Laarmann | ||||||||
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Das behauptet »Beef«, die neue Lifestylezeitschrift für
kochende Männer, die zum Preis von immerhin 5 Packungen Miracoli auf
einmal in unserer Küche liegt
und wohl Mitbewohner R. gehört, der sie etwas zu auffällig drapiert hat und der die Rest-WG nebst Besuchern an Dringlichkeiten teilhaben lässt, wie »Was ist das beste Steak der Welt«, »Welches Schnippschnappmesser braucht man wofür«, »Wie bastelt man sich seinen eigenen Mozarella und macht in seiner Küche mal ne richtige Sauerei«, aber auch »Restaurants in China, in denen es Schaf-, Ochsen- und Pferdepenisse (mit Shrimps) für 35 Euro gibt«. Das ganze Magazin ist übrigens voll von Männerkochideen, die auch damit zu tun haben, wie man sein Restgeld, falls man noch welches haben sollte, komplett im wahrsten Sinne des Wortes »verbrät« in Küchen, Messer, Zutaten und Gastroausflügen, um Zutaten zu besorgen. »Wird nun also Männer-Kochen ein ganz fetter Trend?« fragte Mitbewohner S. und verwies darauf, dass R. bisher kulinarisch allenfalls dadurch aufgefallen sei, dass er sich auf die Fertigpizza auch noch ein paar frische Zutaten gelegt habe. Wo bitteschön solle nun all dies noch enden? S. malte in lauten Tönen dass Szenario aus, bei dem R. schon in Kürze nachmittags bei einem TV-Kochküchenduell zu sehen wäre, wo er dann am Ende von Lichter, Lafer und einigen doch ein bisschen besser kochenden Hausfrauen vor einem Millionenpublikum gedemütigt würde, so wie viele andere Männerkochstreber vor ihm. Das Wort Männerkochstreber gefiel ihm und S. steigerte sich in eine regelrechte Tirade gegen die neue Generation profilierungssüchtiger Angeber-Hobby-Köche (»ein Riesenhaufen männlicher Pussys, die die ganze Zeit nur über die Unterschiede von Kürbiskernölen schnattern«) und bügelte auch mein Argument »Is’ doch schön, wenn der R. ein neues Hobby hat, vielleicht gibt’s dann ja öfter mal was Leckeres« runter mit dem Verweis aufs »Beef« Titelblatt. »Das kannste vergessen, dass da was für uns abfällt. Wahrscheinlich hat sich R. das Heftchen eh nur wegen des Artikels »Kann man eine Frau ins Bett kochen« geholt! Das hat früher schon nicht mit selbstaufgenommenn Mixkassetten geklappt und wird es heute schon gar nicht wegen ’nem verkochten Heilbutt«. Zugegeben wir krümmten uns vor Lachen. Schließlich zog S. eine große Parallele. Im Grunde erinnere ihn das ganze »Beef«-Lifestyle-Männerkoch-Gehabe so ein bisschen an das letzte Mal, als R. mal was sportlich machen wollte. Erst Men’s Health gekauft, dann für 500 Euro Equipment, zwei Videokassetten bestellt, drei Probetrainings im Studio und dann doch keinen Bock mehr. Männer kochen doch immer gleich!
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