| Live aus Djibuti |
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| Geschrieben von Shelley Masters | ||||||||
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Heute sende ich ein fröhliches »Hello!« aus der Stadt oder vielmehr dem Wahnsinnsbauprojekt Dubai. Da muss man sich ganz schön umgewöhnen,
wenn man wie ich gerade aus Ostafrika, namentlich dem armen, aber
putzigen Kleinstaat Djibuti kommt. Djibuti liegt am südlichen Ende des Roten Meeres und ist für Quat, Kiff, leichte Mädchen und die zig Tausenden dort stationierten Soldaten bekannt. Quat oder falsch eingedeutscht, »Kath« ist eine – natürlich wie alle Drogen schlechte – aber zum Anschauen zumindest doch lustige Droge. Wie die Kamele, für die Djibuti natürlich auch bekannt ist, essen die Einheimischen jeden Tag Blätter, aber nicht wie die Kamele von Blumen und Bäumen, sondern die des Kathstrauches. 2009 wurden erstmals 105 Kilo auch in Deutschland sichergestellt, hier ist die Salatdroge verboten, in England aber nicht. Denn richtig krass ist sie nicht, macht nicht abhängig, lässt den Konsumenten nicht ausflippen oder umfallen. Der Nachschub aber ist schwierig. Die Blätter müssen immer frisch und jung sein, sonst wirken sie nicht mehr. Vor elf, zwölf Uhr mittags, also vor der Landung des täglichen Kath-Transportflugzeuges aus Äthiopien, schlummert Djibuti dämmernd in der tropischen Hitze vor sich hin. Denn die meisten müssen noch ihren Kiff-Schlaf der vorangegangenen Nacht genießen. Gegen Mittag beginnen erste, langsame Aktivitäten der Locals im Städtchen Djibuti, das mit seinen verfallenen französischen Kolonialbauten einen ganz besonderen Charme ausstrahlt. Die internationalen Soldaten sind da natürlich schon viele Stunden am Arbeiten, das Horn von Afrika muss ja von Piraten befreit werden! Wenn das einheimische Leben dann losgeht, haben alle, vom Shop-Verkäufer bis zum Taxifahrer, eine dicke rechte Backe, denn das Unpraktische an der Droge ist, dass man die blöden Blätter stundenlang kauen muss, bevor man eine Espresso-artige Wirkung verspürt. Und ein wenig heitert sie auch auf, wobei ich selbst die Ärmsten der Armen am Indischen Ozean bislang auch ohne Kath noch nicht schlecht drauf erlebt habe. Abends, wenn sich nach dem ganzen Gekaue die Wirkung zeigt, öffnen auch schon zahllose kleine Discos, Spelunken mit Neondekoration eher, und zig Fremdenlegionäre mit ihren weißen Käppis aus dem 19. Jahrhundert gehen auf die Suche nach jungen Mädchen. Zum Glück für die Legionäre sind die Girls immer in der Überzahl. Sie müssen nämlich Kohle ranschaffen, da all ihre Väter, Brüder, Männer oder sogar Söhne Geld für Drogen brauchen… Ganz schön traurig, denn die Mädchen sind lieb und hübsch und machen das bestimmt nicht zum Spaß. Und ein guter Ehemann wird garantiert nicht für sie abfallen, die Legionäre dürfen nicht heiraten, und deutsche Soldaten und Seemänner gehen ja offiziell nicht fremd. Ganz besonders traurig: Selbst Girls, denen man die AIDS-Erkrankung schon ansieht, müssen sich noch für ‘nen Fünfer verkaufen. Was lernen wir? Soldaten und Drogen versauen selbst die schönsten Plätze der Welt, also Finger weg davon und am besten (moralisch) Kampf gegen beides aufnehmen! Love Shelley Masters
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