| Geld richtig einteilen - in 4 Kapiteln |
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| Geschrieben von Jürgen Laarmann | ||||||||
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Zuwenig Geld ist ja praktisch immer da. Manche Leute teilen sich das
Geld so ein, dass sie einen gleich bleibenden Lebensstandard haben–bis
das nächste eintrifft.
Dieses Talent ist weder mir gegeben noch den anderen Mitbewohnern meiner WG, so dass jeder Monat stumpf nach demselben Prinzip verläuft. Woche eins. Geld da. Bioladen. KaDeWe Käsetheke. Butter Lindner. Galeria Kaufhof. Ausgehen. Einladen. Frauen. Cocktailschirmchen. Rotwein mit geschmackvollen Etiketten und Korken. Red Bull von der Tankstelle. Dunhill. Großzügigkeit. Erwerb von Kulturgütern. Das Leben, wie es sein soll. Kurze Momente von Sorglosigkeit. Woche zwei. Kaisers. Mal ins Kino, ist nicht so teuer wie in der Cocktailbar. Red Bull vom Schlecker, ist nicht so teuer wie an der Tankstelle. John Player Special. Alte Freunde mal zum Essen zu Hause einladen. Ende der zweiten Woche: Finale der Sorglosigkeit, trotzdem nicht lang aufhalten mit Gedanken, dass Woche eins zu teuer war. Schritt nach vorne. Glücksspiel, Fußballwette. Woche drei. Aldi, Lidl. Toll, dass es da schön preiswert ist. DVDs ausleihen, man muss ja nicht jeden Tag weggehen. Rotwein mit weit weniger geschmackvollen Etiketten, ja manchmal auch mit Schraubverschluss. Überlegen, die Raucherei doch zu reduzieren. Handelsmarken. Im Internet surfen. Kleine, oft chancenärmere Glücksspiele. Wenn Hertha BSC gegen Bayern mit zwei Toren Unterschied gewinnt, gibt’s oft tolle Quoten, klappt halt nicht immer. Ein Kästchen Lotto spielen, die Hoffnung stirbt zuletzt. Woche vier. Krise. Messing und Kupfergeld. Würdelose Szenen beim Kauf von Billigenergydrinks an Supermarktkassen mit ‘ner Hand voll Münzen. Flaschenpfand. Am Kiosk anschreiben lassen. Dinge auf Ebay verkaufen. Sich gerne mal einladen lassen. Ausreden, dass man sich schlecht fühlt und nicht mitgehen kann. Warten auf den nächsten Payday. Ist das Geld schon da? Hoffentlich vorm Wochenende. Vier Mal am Tag nachgucken. Gequälte Mienen. Lähmendes Warten bis zum Ultimo. Und dann Neustart. Gleiches Spiel. Dem stumpfsinnigen Geld-Einteiler und Gleichmäßig-Ausgeber, den man nur in Woche vier ein wenig beneidet, sei von Mitbewohner R. ausgerichtet, dass der Hi-Lo Lifestyle der WG uns immerhin befähigt, »uns in verschiedensten sozialen Milieus vollkommen authentisch zu bewegen«. Außer in Woche vier. Ob der Vorschlag des CDU-Manns und Ex-Bürgermeisterkandidaten Frank Steffel, doch endlich Ein- und Zwei-Euro-Banknoten einzuführen, hier hilft, darf bezweifelt werden. Wir vermuten mal, nur die Gogotänzerinnen vom Stuttgarter Platz würden sich freuen, wenn die Münzen nicht mehr durch den Tanga rutschen.
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Hallo Otoman, du hast recht. Das Video "Nichts zu verlieren" hat um d...
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