Heute in Berlin
| Heavy Rain - Interaktive Thriller Offenbarung? |
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| Geschrieben von Pascal Scheib | ||||||||
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Mit Heavy Rain möchte das französische Entwickler Studio Quantic Dream einen "Interaktiven Thriller für Erwachsene" auf Sonys Playstation 3 Konsole etablieren. Man verspricht "ein völlig neues Spielerlebnis". Ob Ihnen das gelungen ist? [030] hat das Spiel für Euch getestet.
Die Story:
Ethan Mars hat alles was sich ein Thirty-Something wünschen kann: eine bezaubernde Frau, zwei tolle Söhne, ein schönes Haus und einen erfüllenden Job als Architekt. So steigt der Spieler passenderweise an einem herrlich-sonnigen Tag in Ethans klischee- beladenes Familien-Idyll ein. Natürlich ist diese Idylle trügerisch und nur noch von kurzer Dauer. Ethans Seifenblase platzt auf brutale Weise als sein Sohn durch einen tragischen Unfall ums Leben kommt. Geplagt von Schuldgefühlen, zerbricht seine Ehe, er verliert seinen Job und überhaupt scheint es von nun an, in seinem Leben nur noch zu regnen – im wahrsten Sinne des Wortes. Als dann noch sein zweiter Sohn spurlos verschwindet, droht seine Welt vollends aus den Fugen zu geraten. Ethan fürchtet, dass ihn der berüchtigte Origami-Killer in seinen Fängen hat. Ein Verdacht, der sich bestätigt, als auch er eine Schachtel mit Origami-Tierchen erhält. Ein gnadenloser Wettlauf gegen die Zeit beginnt.
Spieleindruck:
Eigentlich ist es schwierig, Heavy Rain als Videospiel im klassischen Sinne zu bezeichnen. Allzu oft ist man zum Zuschauen verdammt. Wobei dies nicht im „Metal Gear Solid“-Stil gemeint ist und man keineswegs den Controller zur Seite legen und sich zurück lehnen kann. Viel mehr wird der Spieler durch direkte Eingriffsmöglichkeiten in die Dialoge und Handlungen miteingebunden. „Quick Time Events“ nennt man solche interaktiven Sequenzen und Videospieler kennen sie schon seit Segas „Shenmue“. In Heavy Rain werden sie mit allem ausgeführt, was der DualShock 3-Controller der PlayStation 3 zu bieten hat. Soll sich Ethan die Zähne putzen, schüttelt man den Controller von links nach rechts und von oben nach unten. Soll man sich rasieren, dann bewegt man den Analog-Stick von oben nach unten – aber bitte mit Gefühl, sonst schneidet man sich. Die Steuerung der Spielfigur, abseits der Quick Time Events, ist jedoch weniger komfortabel gelöst. Tatsächlich reißen einen die staksigen Bewegungen, die eher an das Manövrieren eines LKWs erinnern, ein wenig aus der perfekten Präsentation der Story heraus. Die Grafik verhält sich, analog dazu, ebenfalls zweischneidig.
Während die Figuren und Szenarien in den Cutscenes exzellent dargestellt werden, sind manche Texturen in der sonstigen Spielewelt eher als „trist“ zu bezeichnen. Ebenfalls ist das Spielkonzept bei weitem nicht so revolutionär wie Quantic Dreams und Sony uns das im Vorfeld verkauft haben. So gibt es zwar permanent Entscheidungsmöglichkeiten, diese haben aber erst ab dem letzten Drittel wirkliche Storyrelevanz und mitunter fatale Folgen für die vier spielbaren Hauptfiguren. Die Geschichte ist dabei, ohne Zweifel, absolut filmreif erzählt und nimmt einen im Laufe des Spiels immer stärker gefangen. Es empfiehlt sich aber, im Optionsmenü die Sprachausgabe auf „Englisch“ (plus ggf. deutsche Untertitel) umzustellen. Die deutsche Synchro ist nicht durchweg schlecht, aber manche Sprecher klingen phasenweise so, als ob sie normalerweise primär Pornos synchronisieren würden.
Pro:
+ Mutiges Spielkonzept, eine Mischung aus Film und Videospiel
+ Detaillierte Grafik, bezüglich Spielfiguren und Großteil der Locations
+ Glaubhafte Dialoge
+ Spannende Story für Erwachsene, inspiriert von Thrillern wie Saw
+ Quick Time Events lockern Cutscenes durch Interaktivität auf
+ Exzellenter Soundtrack
+ Sieben Sprachen als Tonspuren und Untertitel, jederzeit wechselbar
+ Sehr gute englische Sprecher
Contra:
+ Steuerung der Spielfigur sehr widerspenstig
+ Animationen der Figuren beim Laufen hölzern dargestellt
+ Hintergrund-Texturen stellenweise matschig und trist
+ Entscheidungsmöglichkeiten münden zu Beginn nur selten in Story- Abzweigungen
+ Locations fest von der Story vorgegeben. Hauptcharaktere nicht frei wechselbar
+ Stellenweise unmotivierte deutsche Synchronsprecher
Fazit:
Quantic Dreams macht es einem nicht einfach. Die Franzosen haben es nach „The Nomad Soul“ und „Fahrenheit“ erneut geschafft, ihr hauseigenes Genre „Interaktiver Krimi“ noch weiter zu perfektionieren. Die Story kann es an Spannung und Intensität, locker mit dem ersten Saw-Film aufnehmen. Die melancholischen Charaktere und die Dialoge sind glaubhaft gezeichnet. Die Grafik und vor allem auch die perfekte Musikuntermalung schaffen es, eine bedrückende Atmosphäre zu kreieren, die ihres gleichen sucht. Wären da nicht diese Schnitzer in der Steuerung und einige andere technische Defizite, würde man auch erst wieder aus der regnerischen Welt herausgerissen werden, nachdem man die PlayStation 3 ausgeschaltet hat. Trotz aller Kritik, sollte sich aber kein Zocker dieses innovative Game mit dem mutigen Spieldesign entgehen lassen.
Heavy Rain ist exklusiv für die Playstation 3 erschienen.
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Hallo Otoman, du hast recht. Das Video "Nichts zu verlieren" hat um d...
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