| Jerry Cotton |
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| Geschrieben von Dirk Lüneberg | ||||||||
Groschenheftverfilmung – Start am 11.03.
Eigentlich ist es erstaunlich, dass seit den 1960er Jahren niemand mehr auf die Idee gekommen ist, die aus den Groschenromanen bekannten Fälle des FBI-Agenten Jerry Cotton zu einem Kinofilm zu verarbeiten.
1954 wurde die Figur einst in Deutschland erfunden und war eigentlich als Persiflage auf amerikanische Krimis gedacht. Trotzdem eroberten die in der Ich-Form geschriebenen Heftchen bald die Herzen der Leser und avancierten zum Kult: Eine europaweite Auflage von circa einer Milliarde der mittlerweile 2.700 Romane und 400 Taschenbücher spricht eine deutliche Sprache. In die Rolle des Titelhelden schlüpft in dieser Neuauflage Christian Tramitz. Da durfte man im Vorfeld durchaus skeptisch sein, ob der Comedian Cotton nicht zur lächerlichen Witzfigur degradieren würde. Doch weit gefehlt: Tramitz beherrscht die Gratwanderung zwischen feiner Stilisierung, leiser Selbstironie und einer glaubwürdiger Ernsthaftigkeit perfekt. Auch der Fall, den er hier zu lösen hat, hat es in sich, ist Cotton doch selbst in ihn verwickelt: Die interne Dienstaufsicht in der attraktiven Verkörperung von Cottons Ex Daryl Zanuck (Christiane Paul) beschuldigt den Helden unter den New Yorker FBI-Beamten, sowohl seinen ehemaligen Partner wie auch den Gangsterboss Sammy Serrano (Moritz Bleibtreu) umgebracht zu haben. Jetzt machen seine eigenen Leute Jagd auf Cotton, der in einem Wettlauf gegen die Zeit nun selbst versuchen muss, den wahren Mörder zu finden. Sein neuer Partner Phil Decker (gibt mal wieder den sympathischen Trottel: Christian Ulmen) ist ihm dabei nur bedingt eine Hilfe.
Das »Wixxer«-Regieduo Cyrill Boss und Philipp Stennert inszeniert dieses aktuelle Abenteuer des Jaguar-Fahrers und Smith & Wesson-Liebhabers ebenso smart wie rasant in einem lässig-coolen Stil jenseits jeglicher Peinlichkeit. Zwar hätte man auf das Schwäbeln von Heino Ferch gut verzichten können, und dass Monica Cruz hier etwas zu offensichtlich als Double für ihre berühmtere Schwester herhalten muss, ist zwar immer noch sexy, aber auch ein wenig schade. Dem ungetrübten Kinospaß bei dieser charmant-witzigen Agentenpersiflage tut dies jedoch keinen Abbruch.
Deutschland 2009, 100 Min., R: Cyrill Boss & Philipp Stennert, D: Christian Tramitz, Christian Ulmen, Christiane Paul, Moritz Bleibtreu
PROGRAMM
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