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Geschrieben von Jürgen Laarmann
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Das absurdeste, was das deutsche Fernsehen zu bieten hat, findet am späten Samstagabend statt: Die DSDS-Entscheidungsshow
, in der bekannt gegeben wird, wer rausfliegt und wer weiterkommt. Eigentlich eine Sache, die man würdevoll in zwei Minuten erledigen könnte. Genau genommen würde auch ein Laufband am Bildschirmrand reichen oder eine Meldung im Teletext. Doch RTL hat die Entscheidungsshow als Programmhöhepunkt zu einer bizarren einstündigen Kunstform hochgejazzt, die alle Rekorde gefühlter Langsamkeit und Zeitschinderei bricht.
Meine WG-Mitbewohner versammeln sich jeden Samstagabend vor der Glotze—obwohl ihnen DSDS und die Kandidaten reichlich egal sind. R. meint, diese Show sei »eine Art Gottesdienst für die Post-MTV Generation—nix mehr mit schnellen Cuts, sondern ein Ritual mit Marco Schreyl als Prediger und dem Notar als Erzengel mit dem Ergebnis auf Tasche und Dieter Bohlen und den beiden anderen Pappnasen als Hohepriester. Die Kandidaten stehen gewissermaßen vor dem Jüngsten Gericht und erwarten Erlösung. Und die ist bekanntlich nicht so schnell zu haben.«
Und so wird salbadert und mäandert, oft mit halbminütigen Kunstpausen im Vortrag von Marco Schreyl: »Manuel ... ... deine Fans fanden deinen Auftritt ... wie immer klasse ... die Jury hingegen ... ... fand ihn nicht so ›hammermäßig‹ ... dem ›Dieter‹ hat ... ›das Gänsehautfeeling‹ diesmal gefehlt ... doch das soll nun egal sein ... denn es sind die Zuschauer ... die heute Abend ... entscheiden ... und niemand hier weiß, ob Dein ›Traum‹ weitergeht ... ob genügend für Dich angerufen haben ... wird es reichen? ... wir vertagen die Entscheidung bis an den Schluss ... der Sendung«.
Diesen Zinnober gibt es bei allen Kandidaten. Wenn dann einem verkündet wird, dass er »weiter« ist, sinkt er zu Boden, und rennt dann los, um Dieter Bohlen zu betatschen. Die absurde Theatralik und Pseudodramatik ist deshalb noch grotesker, da eh klar ist, das der Gewinner aller Shows im besten Fall so endet wie Mark Medlock, im Regelfall wie all die anderen vergessenen Gestalten.
Großen Spaß hatte unsere WG damit, mal einen ganzen Tag zu reden wie Marco Schreyl in der Entscheidungsshow. Ein anderes Mal stellen wir uns vor, wir wären Redakteure der Sendung mit der Aufgabe die Sendezeit noch mal zu verdoppeln. Keinen Spaß hatten wir hingegen mit »Unser Star für Oslo« und den biederen Oberschülerinnen, die den Grand Prix retten sollen. Siegerin Lena wird null reißen. Der Osteuropäer wird mit den Schultern zucken und wieder seinen Leuten die Stimme geben. Jede Wette!!!
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Piraterie löst alle Probleme
Vielleicht sollte man dazu die alten Stadtmauern wieder errichten und an den ...
Puls
Hallo Otoman, du hast recht. Das Video "Nichts zu verlieren" hat um d...
Puls
auf youtube sind doch gar keine 300.000 klicks sondern ein bisschen über 73.0...
Yo! Remember the 90s!
Das geht da ab! **youtube.com/watch?v=RA1dbxjcB44