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Precious—Das Leben ist kostbar |
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Geschrieben von Tim Schäfer
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Sozialdrama—Start am 25.03. Oscar für Mo’Nique Es sind die rezessiven Reagan-Jahre. Armut, Kriminalität und Gewalt dominieren das Straßenbild. In dieser unwirtlichen Welt lebt die 16-jährige Claireece »Precious« Jones (großartig gespielt von Gabourey Sidibe). Precious hat die Sonnenseite des Lebens nie gesehen. Sie ist stark übergewichtig, Analphabetin, wird vom eigenen Vater missbraucht und hat ein behindertes Kind.
Um ihrem gewalttätigen Umfeld zu entkommen, träumt sich die
introvertierte Jugendliche in eine Glitzerwelt, in der sie bewundert
und geliebt wird. Das wahre Leben tut ihr diesen Gefallen nicht. Es ist
ein zarter Lichtblick, als sie wegen ihrer zweiten Schwangerschaft von
der staatlichen an eine Förderschule verwiesen wird und sie der
engagierten Lehrerin Miss Rain begegnet. Der Pädagogin gelingt es, das
Vertrauen der jungen Frau zu gewinnen. Mit ihrer Hilfe entkommt sie dem
familiären Martyrium. Das perfekte Hollywood-Ende. Doch »Precious« ist
kein Hollywoodfilm. Statt sich der Sentimentalität hinzugeben, den
Schmerz des Zuschauers am Ende erträglich zu machen, treibt Regisseur
Lee Daniels die Geschichte bis zum Äußersten.
Unterstützung findet Daniels im wunderbaren Ensemble: Mo’Nique in der
Rolle der Mutter wurde gerade als Beste Nebendarstellerin mit dem Oscar
ausgezeichnet, Mariah Carey beeindruckt als engagierte
Sozialarbeiterin, und Lenny Kravitz sorgt als männliche
Krankenschwester für herzergreifende Lacher. Trotz solcher Namen
verliert der Film nie seinen Anspruch. »Precious« zeigt, dass es mehr
als guten Zuspruch bedarf, um Dinge zu ändern. Nicht jedes Schicksal
ist ins Positive zu kehren. Es wäre aber falsch, es nicht zu versuchen.
USA 2009, 109 Min., R: Lee Daniels, D: Gabourey Sidibe, Mo’Nique, Mariah Carey, Lenny Kravitz
PROGRAMM
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