| Gast 25 |
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| Geschrieben von Jürgen Laarmann | ||||||||
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Jetzt hat Mitbewohner S. in unserer WG auch noch einen Gast aus Westdeutschland, der den Sommer über bei ihm wohnen soll
und der laut tönte »hier in der geilsten Partyhauptstadt der Welt« mal »so richtig abzufeiern«, »alle Leute und alle Szenen kennen zu lernen«, weil er »eh am überlegen« sei, »doch tatsächlich nach Berlin zu ziehen«, wobei er das Gefühl vermittelte, dass wir uns alle über diese Entwicklung so richtig freuen sollten. Außerdem sei er ein sehr begabter Webdesigner, der beste in ganz Bad Arschlochingen, oder wo auch immer er herkam, und habe dort auch schon für das örtliche Möbelhaus eine richtig geile Flashanimation designt. Vielleicht hätten wir ja auch eine geile Connection, wo er (oho) »andocken« könne. Tja, was soll man mit so einem machen? Leider war ich S. auch noch einen Gefallen schuldig, was bedeutete: nett zu dem Kerl zu sein und mich sogar um ihn zu kümmern. Jahrelang hab ich den netten Touris-zeigen-dass-Berlin-wirklich-toll-ist-Führer gemacht—bei sympathischen Leuten geht das okay. Spannender ist es allerdings, Berlin-Welpen auf eigene Faust loszuschicken, und sich dann ein Bild anhand ihrer Schilderungen und ihres Zustands bei Wiederkehr zu machen. Wenn aber ein offensichtlicher Depp vor einem sitzt und ohne jemals da gewesen zu sein, laut mäandert »Ich glaub, die Bar 25 ist genau mein Laden. Da geht’s ab, oder?« stellt sich bei mir ein Konflikt ein. Soll man dem Typen brüsk sagen, dass er ungefähr genau den immer kleineren Part der Bevölkerung repräsentiert, der wahrscheinlich nicht mal in die Bar 25 eingelassen wird? Soll man ihn vor dieser Erfahrung schützen oder ist es sehr gut für ihn, dass er sie mal macht. Oder macht man die Probe aufs Exempel: Lässt ihn die Bar 25 rein, ist sie tatsächlich genauso kommerziell geworden, wie es der eine oder andere behauptet? Oder lenkt man den Bub gleich in irgendeine Bar 26, 27 oder 28—Strandbars gibt’s ja genug? Ich selbst entschuldigte mich mit Arbeit, gab ihm aber eine Wegbeschreibung zur Holzmarktstraße 25. Am nächsten Nachmittag gab’s die Auflösung: »Das war ein bisschen komisch in der Bar 25, da war wohl eine private Party zu der man eine Einladung gebraucht hätte, sagte so eine ungepflegte Person an der Tür und hat mich nicht reingelassen; sagte aber, dass ich ein anderes Mal wiederkommen soll. Dann kommste aber mit, oder?« Zum Glück hatte er eine Susi aus Osnabrück kennen gelernt, die auch nicht reinkam und beide teilten sich ein Taxi zum Hackeschen Markt. Sie mochten sich, und beglückten sich mit der Erkenntnis, dass es echt viele Touris in Berlin gibt.
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Hallo Otoman, du hast recht. Das Video "Nichts zu verlieren" hat um d...
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