| Verhuscht in Friedrichshain |
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| Geschrieben von Jürgen Laarmann | ||||||||
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Manchmal ist es gar nicht so einfach, sich gegen Berlin-Lästerer zu
wehren. Ein Kollege aus Frankfurt wollte ein Konzert in der O2 World
besuchen.
Deswegen hatte er im Internet nach einer preiswerten, nahe gelegenen Unterkunft gesucht und ein Hostel in Friedrichshain gefunden, das im Internet den tollen Preis von 33 Euro pro Nacht angab. Vor Ort kostete das Einzelzimmer dann einen 50er, was ihm als »guter Preis« verkauft wurde—»normal« würde der Raum sogar 72 Euro kosten und schließlich sei sogar ein »Farbfernseher« auf dem Zimmer. Schön und gut, dachte sich der Kollege, verzog sich auf sein Zimmer und wollte noch ein bisschen fernsehen vor dem Konzert. Für den Fernseher gab‘s nur leider keine Fernbedienung und manuell konnten der nicht angeschmissen werden. Also wanderte er zurück zur Rezeption, wo gerade Stoßzeit war und die leicht verhuschte Person an der Theke bedeutete ihm, dass es jetzt wirklich zu stressig sei (»Sie sehen ja selber, was hier los ist«) und vertröstete ihn auf »später«. So machte der Kollege einen Spaziergang durch die Simon-Dach-Straße (»überall Inder mit Speisen ab 4,90 Euro«) und konnte ein bisschen über Institutionen wie Second-Hand-Schuhläden, die es in seiner Heimat so nicht gibt, lästern. Als er ins Hostel zurückkehrte, war die Person an der Rezeption noch genervter und beglückte ihn mit der Auskunft »So ein Mist, jetzt ist der Hausmeister schon gegangen« und ergänzte angewidert: »Dann kümmere ich mich halt selber drum«. Zehn Minuten später erschien sie mit acht Fernbedienungen und einem einzigen Satz Batterien und probierte diese einzeln nacheinander aus, anfangs noch mit einem optimistischen »Eine wird bestimmt gehen«. Nichts passierte. Dem Kollegen war das inzwischen zu nervig und er machte den Vorschlag, auf Luxus zu verzichten—gegen einen Preisabschlag von zehn Euro. Dieser wurde jedoch mit einem jammerartigen Suada entgegnet »Nee, nee, nee da können wir nix machen. Der Fernseher ist eine reine Zusatzoption, auf die kein Anspruch besteht.« Dem Kollegen wurde es zu blöd. Immerhin hatte ihm das Konzert gut gefallen. Danach wollte er mich in der Simon-Dach-Straße gegen halb zwölf Uhr noch zu einem kleinen Abendessen einladen. Nachdem das um diese Zeit in drei Locations nicht mehr möglich war, wurden wir in der vierten freundlich begrüßt mit »Ich bring Euch mal die Karte«. Als wir dann bestellen wollten, gab‘s große Augen und den Kommentar: »Die Küche hat schon zu« und ein ehrliches »Wenn ich Euch das gleich gesagt hätte, hättet ihr kein Bier bestellt.« Jede Imagekampagne für diesen Stadtteil erübrigte sich an diesem Abend, stellte ich resignierend fest.
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Hallo Otoman, du hast recht. Das Video "Nichts zu verlieren" hat um d...
Puls
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